Vogelbeeren, Bewegungstag und Flohmarkt

Den Rest vom Sonntag verbringen wir draußen: am Golfplatz und an den Teichen. Die Vogelkirschen kommen mir heuer besonders üppig vor. Mit der Schwammerlspende von S. gehen sich köstliche Tagliatelle mit Steinpilzen aus.




Ein Termin führt mich in die Operngasse und wenn ich schon mal in der Gegend bin, möchte ich zu Henzels Ernte um mir ein paar Gläser Orangenmarmelade zu kaufen. Mit Schrecken muss ich allerdings feststellen, dass in dem Geschäft in der Kettenbrückengasse ein italienischer Feinkostladen eingezogen ist. Wo bekomme ich jetzt die sensationellen Mandarinen-, Orangen- und sonstigen Zitrusfrüchtemarmeladen her? Ein Besuch im Marktraum ist nur ein schwacher Ersatz.





Nach einem langen Arbeitstag mit Agenturmeeting am Vormittag und Strategiemeeting am Nachmittag holt mich Tom von der Straßenbahn ab und wir gehen ins Gasthaus Blauensteiner. Wir bekommen einen kleinen Tisch im Eck, auf der Tageskarte stehen gebackene Steinpilze und Nierndln. Beide Gerichte sind wunderbar gelungen, nur die Marillenknödel zum Dessert wurden offenbar zu lange im Wasser warmgehalten und liegen in viel zu wenig Bröseln.


Am nächsten Morgen muss ich zeitig los und fahre eine Station weiter als sonst, denn es geht auf den Sportplatz gleich beim Stadion. Von einem unserer Geschäftspartner, einer bekannten Mediaagentur und unser Nachbar im Viertel Zwei, wurden wir gefragt, ob wir nicht für Sie als freiwillige Helfer beim Bewegungstag der Lebenshilfe Wien einspringen wollen. Aus ganz Wien kommen Mitglieder von Wohngruppen und Werkstätten für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen für einen gemeinsamen Sporttag zusammen. Meine Kolleginnen und ich feuern an, begleiten eine Gruppe oder betreuen eine Sportstation und machen einfach mit. Meine anfängliche Unsicherheit verfliegt schnell. Konfrontiert mit unglaublichen Schicksalen schwanken meine Gefühle zwischen Lachen und Weinen. Mit großer Begeisterung und Einsatzfreude sind alle dabei – sowohl die Teilnehmer:innen als auch die tollen Betreuer und Helfer – und ich bin froh, dass ich an diesem außergewöhnlichen Tag mit dabei sein kann. Das Erlebte wirkt noch lange in mir nach.







Da es nach dem langen Hitzesommer nun endlich etwas kühler und nasser wird, heizt meine Mama die Sauna ein. Im Garten sind überall Vogelhäuschen verteilt und da sie auch im Sommer durchfüttert, herrscht reger Betrieb.



Zum Abendessen kocht Tom inzwischen ein Erdäpfelgulasch.


Samstagvormittag müssen wir zum Talkner nach Heidenreichstein und folgen dann dem Besucherstrom zum Stadtplatz, wo ein Flohmarkt stattfindet. Standl reiht sich an Standl, es herrscht großer Andrang und ich kaufe eine kleine Schachtel Playmobil. Die immensen Erd- und Bauarbeiten an der BILLA-Baustelle schreiten voran.






Danach schauen wir kurz auf den Fußballplatz, wo die Damenmannschaft des USC Litschau gegen Wieselburg spielt und am Nachmittag treffen wir uns mit R + A auf neun Löcher in Monachus – wir gewinnen wieder. Mir gelingen diesmal ein paar gute Schläge, nur bei meinem Golfoutfit ist sich Tom nicht ganz sicher.









Die nächste Woche führt mich zu einem Geschäftsdinner ins Hotel Motto und hoffentlich regnet es jetzt endlich mehr, denn die Teiche im Waldviertel könnten reichlich Niederschlag gebrauchen.

 

Radrunde, Kletterwand und Geburtstagsbash an der Donau

Weil das Wetter noch so schön ist, beschließen wir, mit dem Rad zu Gino’s auf einen Kaffee zu fahren. Leider hat er Sonntag geschlossen und daher kehren wir in der Konditorei neben an ein. Aber die Strecke von Haugschlag durch den Wald, den kleinen Ortsteil Smrčná mit den hübsch renovierten Häusern und gepflegten Gärten, durch die eher noch an Zeiten vor dem Mauerfall erinnernde Häuserzeile Richtung Hauptplatz ist sehr schön. Retour geht’s durch die Schrebergartensiedlung mit Pool in jedem Garten, vorbei am Golfplatz und schlussendlich wieder an der Pferdeweide in Hörmanns.








In Wien kocht Tom einen Klassiker: (pseudo-)georgisches Huhn. Wir schauen den Kletterern und Kletterinnen am Turm des Haus des Meeres zu, spazieren vorbei an begrünten Schanigärten und Hausfassaden, entdecken kleine Künstlerwerkstätten und speisen Cevapcici und Kässpätzle im Café Strozzi.








Wenn ich im Büro bin schaue ich in der Mittagspause den Trabern beim Training zu, daheim im Homeoffice testen wir das neue italienische Café „i Mulini“ auf der Josefstädter Straße. Den Hype unter den Gastrokritikern kann ich nicht ganz verstehen, außerdem sind die kleinen pikanten und süßen Häppchen sehr teuer.
Tom fährt am Abend zur Probe für das Geburtstagskonzert am Samstag.



Ich möchte mir eine neue Matratze kaufen und so nutzen wir das halbe Wochenende in Wien für einen Shoppingausflug in den dritten Bezirk. Im La Modula werde ich fündig, danach besuchen wir Toms Fischereikollegen in seinem kleinen aber feinen Messergeschäft bei Wien Mitte, machen einen Abstecher in den Sünnhof und auf den Rochusmarkt. Gerade als wir wieder ins Auto steigen wollen, läuft uns unsere Litschauer Nachbarin S. über den Weg. Während wir so plaudern zieht eine Raddemo vorbei. Freitagnachmittag in Wien ist schon sehr nett!




Am Weg ins Café Eiles zum Frühstück treffen wir auf ein Pärchen auf dem Heimweg nach einer langen Nacht (wahrscheinlich), er mit ihren Sandalen in der Hand, sie mit einer Flasche Cola. Vor der Piaristenkirche hat sich eine Radgruppe auf Wientour gesammelt und lauscht aufmerksam der Reiseführerin.






Am Nachmittag fahren wir nach Schönbühel bei Melk zum Geburtstagsfest von Toms jahrzehntelangem Freund und Bandkollegen Fritz, der zu seinem Runden musikalische Weggefährten aus seiner gesamten Schaffenszeit versammelt hat. Von griechischer Folklore, über Blues, Jazz, Neuer Deutscher Welle, seiner Zeit mit den legendären Bad Sisters, das Volkskunstorchester oder neueren Inszenierungen mit Text und Musik ein buntes Bild und viele Stunden Musik – Tom bei Exciting Café, Bad Sisters und Altenkopf etc. aktiv. Sehr unterhaltsam moderiert von Freund und Fußballvereinskollegen Gregor, unterstützt durch Schauspieler aus Theater und Fernsehen. Toll!





In der Nacht fahren wir noch nach Litschau. In der Früh muss ich gleich in den Wald, denn S. schickt schon täglich neue Schwammerlfotos. Und da sind sie schon! Nur leider nicht ganz makellos, daher dürfen wir uns von S. noch welche holen, damit es für das Abendessen reicht. Im Garten hat sich einstweilen ein Schwarm Stare zur Wiesenpflege niedergelassen.