Kochen, testen und ein Grünspechtpaar

Meinen Officeoffice-Tag hab ich mir diese Woche gut ausgesucht, denn den ganzen Tag auf der Baustelle vis-a-vis brummt laut der Betonmischer. Im Vergleich dazu ist es im Nordbahnviertel himmlisch ruhig – beim Heimkommen lärmt es nämlich noch immer.

Die Pizzeria Ruffino auf der Josefstädterstraße wurde nach einem Brand mutig renoviert und steht kurz vor der Wiedereröffnung. Gekocht wird einstweilen jedoch weiter selber und es gibt Guckumuckschnecken mit Kräuterbutter.


Wir durchkreuzen den Achten und den Siebten, bekommen von Cousine A. ein Packerl für Ihre Mama, das wir nach Litschau mitnehmen sollen und kochen einmal Pasta mit Salsiccia und Fenchel und einmal einen Steinbutt.





Heroben im Waldviertel leuchtet der fast volle Mond vom Himmel. Wir übergeben das Packerl an L., gehen Einkaufen und Tom macht Spaghetti alla Puttanesca.


Im Garten entdecke ich ein erstes Schneeglöckchen und schneide die verblühten Staudenstängel vom letzten Jahr zurück. Da ich mir einen Friseurtermin ausgemacht habe, statte ich der Litschauer Teststraße einen Besuch ab. “Relax” ist das passende Motto – es läuft alles sehr unkompliziert ab und in wenigen Minuten ist man schon wieder draußen. Tom lässt sich spontan auch testen und kommt so ebenfalls in den Genuss eines Haarschnittes von Marion.
Der Mühlteich ist noch zugefroren und somit ist es noch nix mit Fischen. 

So frisch getestet nutzen wir die neuen Erleichterungen untertags für zwei Haushalte und besuchen C + K – eine große Freude nach den langen Wochen!


Sonntagfrüh weckt uns die Sonne. Es ist noch recht frisch und der Mörterteich hat über Nacht erneut einen dünnen Eisüberzug bekommen. Wir holen Zeitung und Weckerln im Ort und plaudern kurz mit M. von der Schlossfischerei über den Frühjahrsbesatz. 
Während Tom ans Wasser fährt, mache ich eine Runde um den Herrensee und beobachte ein Grünspechtpärchen bei der Futtersuche. Die Tore vom Eishockeyfeld hätte man wohl besser noch vor dem Tauwetter vom Eis geholt.

Am Montag beginnt der März und alle hoffen auf eine Ende der Beschränkungen. Wahrscheinlicher ist aber wohl, dass es bis Ostern so weitergeht. 

 

 

 

 

Arktische Kälte, Wintertraum und ein Fasching ohne Spaß

Auf der Fahrt nach Wien schauen wir zur Thaya – leider wird aus den erhofften Eisfotos nichts. Auch die vielen Äste verhindern einen freieren Blick auf den ruhig dahinfließenden Fluß.
Ich hab vergessen, was wir eigentlich Sonntagabend kochen wollten, aber das Alternativprogramm war dann auch gut.





Ich brauche eine neue Computerbrille und da im kleinen Optikergeschäft auf der Josefstädterstraße bereits jemand bedient wird, gehen wir ein paar Schritte weiter und werfen einen traurigen Blick ins geschlossene Café Eiles. Nachdem die Kundschaft im Geschäft länger braucht, werden wir vom Chef persönlich auf dem Gehsteig davor betreut. Geht auch.
Durch den U-Bahn-Bau ist die 2er-Linie teilweise gesperrt und die Polizei beamtshandelt einige Autofahrer. Wenigstens können sie nicht nur Radfahrende strafen, wie bei der letzten Umleitung im Bezirk. 
In einer neueröffneten plastikfreien Drogerie in der Zollergasse kaufe ich eine Seife und ein hübsches Geschirrtuch. Die beiden Besitzerinnen sind freundlich, bleiben aber hinter ihren Laptops verschanzt. Aus dem Keller darunter wummern Schlagzeugtöne bis ins Lokal. Vis-a-vis haben sie Europa abgeriegelt.






Mit der angekündigten arktischen Kälte kommt auch etwas Schneefall in die Stadt. Für die Rodelstrecke am Ulrichsplatz reicht es jedoch noch nicht.
Auch die Pforten des Phönixhofs sind geschlossen. Nichteinmal ein Take-away-Schnitzl wird angeboten!








Vor dem Fenster klettern die Arbeiter auf dem Dach der Baustelle herum. Dabei erinnere ich mich an die Frage des damaligen Juniorchefs einer Dachdeckerei am Wolfgangsee im Rahmen eines Moduls an der Donau Uni Krems, wie er seine Arbeiter dazu bringen könne, sich vorschriftsmäßig zu sichern. Offenbar nehmen die Vorgaben auch andere nicht so ernst.


Nach einem schnellen Thunfischsalat zum Lunch fahren wir am Freitag wieder rauf. Wir überlegen hin- und her, denn es erwarten uns sehr frostige Temperaturen, aber frischer Schnee und Sonnenschein sind zu verlockend.









Wo sich normalerweise am Faschingssamstag Umzugsteilnehmer und Zuschauer sammeln, herrscht gähnende Leere. Minus 12 °C wären jedoch für beide Gruppen eine ziemliche Herausforderung. Sogar das Wasser im Überlauf zwischen Mühl- und Stadlteich ist teilweise gefroren.






















An den Vogelhäuschen herrscht Hochbetrieb. Der Buntspecht fliegt zwischen Futterkörnern und Apfelbaum hin- und her und mit seinem dichten Winterflaum sieht er kugelrund aus.



Am Nachmittag sind wir mit R + A zum Langlaufen verabredet. Es ist kitschig schön – wir können uns kaum sattsehen.
Zum Abendessen gibt es köstliche Karpfenlaibchen mit Ofen-Pommes frites.




Die Gartenvögel sind offenbar schon so angefressen, dass sie zwischen den Futterstellen hin- und hergehen und nicht mehr fliegen. Wir machen uns zu unserer Futterstelle auf und spazieren zum Bäcker im Ort. Außer uns ist kaum jemand unterwegs.

Ein schönes Winterwochenende ist schon wieder fast um und vielleicht gelingt mir heute an der Thaya noch ein schönes Schnee- und Eisfoto. Dann ist es mit dem Winter aber schön langsam gut und ich beginne mich schon auf den Frühling zu freuen. Morgen verkündet die Regierung die nächsten Schritte – viel ist da ja nicht zu erwarten. In der Nacht auf Dienstag soll dann die Platane übersiedelt werden. Da wäre ich gerne dabei.
Happy Valentine! 

 

Ein Blick ins Homeoffice, wasserreiche Bäche und die blühende Zaubernuss.

Eigentlich wollte ich den Wochenbericht mit einem farbenfrohen, sonnigen Bild beginnen – leider lässt dies das Wetter mit Föhn, Tauwetter und Regen nicht zu. So starte ich mit einem Blick ins Homeoffice im Vergleich zum Vorschlag für die Arbeitsplatzgestaltung daheim im an sich sehr empfehlenswerten Magazin SCHÖNER WOHNEN.Sonntagnachmittag machen wir noch einen Spaziergang durch den Bezirk – die Bäume mit den roten Früchten am Schlesingerplatz muss ich googeln. In einer Wohnung im Bezirk steht noch der Christbaum, aber es ist ja noch vor Maria Lichtmess. 
Zum Abendessen gibt es das Rindfleisch vom Vortag in einer Suppe.


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Die Österreichische Fischereigesellschaft hat ihr Präsidium neu-/wiedergewählt und Tom einstimmig als Vizepräsidenten für die nächsten Jahre im Amt bestätigt. Somit werden die Fische in und die FischerInnen an den Teichen und Flüssen weiterhin gut betreut.



Dann bin ich wieder im Office-Office und hole mir einen Mittagsimbiss in der Bruno-Marek-Allee, die derweil noch nicht viel von einer baumgesäumten Straße hat. Nur die verlängerte Straßenbahnlinie O fährt schon.



Auch vor unserem Fenster schreiten die Bauarbeiten am Studentenheim voran. Das Gerüst ist bereits bis zum Dach hochgezogen und die ersten Fenster (auf der anderen Seite) entfernt. Bin gespannt, was mit der Mosaikfassade passieren wird.


Abends am Brunnenmarkt: eine hell erleuchtete Oase neben den nach wie vor geschlossenen Geschäften. Wir kaufen Pide, Falafel, Lammspieße und duftende getrockene Minze. Dieses Jahr muss ich wirklich unsere Gartenkräuter rechtzeitig schneiden und trocknen. In einer Bäckerei kommen Fladenbrote am Fließband aus dem Backofen.








Noch steht die Platane an ihrem Platz, der Wurzelstock wurde schon freigelegt, aber der aufkommende Föhnsturm hat die Übersiedlung gestoppt. Am nahe liegenden Schmerlinglatz ist der Bereich für den neuen Standort mit Blick auf das 25 Hours Hotel schon abgesperrt.
Wir gehen weiter durch den Volksgarten, wo ein junges Pärchen ihre Verabredung maßnahmenkonform im Freien mit Gin-Tonic aus der Kühlbox bestreitet, und zurück vorbei am neuen Buwog-Headquarter mit hübscher Kantine und einer Nachbildung eines früheren Wohnzimmers an der Wand.












 
Da sonst nicht viel zu tun ist, schauen wir nach dem Raufkommen gleich in Reingers an den Teichen vorbei. Auch wenn die Eisdecke nur noch als dünner Hauch vorhanden ist, kann man noch nicht fischen. Auch die Loipe in Haugschlag ist weggetaut.
Zum Abendessen machen wir uns Semmelknödel mit Linsen mit saftig-zartem Lammgeselchtem aus dem Hofladen.




Der Regen hat den Schnee weggewaschen und grauer Nebel hängt über dem Land. Mit Cousine A verabrede ich mich zu einer Herrenseerunde – eine sehr nette Abwechslung im ewig gleichen Lockdowntrott.










Am Weg zum Einkaufen winken uns R + A aus dem Auto zu, im Supermarkt treffen wir A wieder und auch C + K laufen uns über den Weg. Kurz überlegen wir das Zusammentreffen zu begießen, Tom fischt jedoch nur einen Kindersirup hinter sich aus dem Regal. Schmerzlich wird mir bewusst, wie sehr mir der Kontakt mit Freunden und Familie abgeht.
Die Bäche rund um Litschau führen viel Wasser und manche werden ihr Bett schon bald verlassen, wenn es weiter regnet oder Schnee schmilzt.

Zum Abendessen gibt es einen selbstgefischten Zander mit Petersilerdäpfel – köstlich!

Die Wettervorhersage warnt vor Eisregen und tatsächlich ist es in der Früh spiegelglatt. Die Sträucher im Garten sind schockgefroren und zu meiner Überraschung blüht heuer die Zaubernuss erstmals richtig üppig.

Nächste Woche dürfen die Geschäfte wieder öffnen, aber eigentlich habe ich zum Shoppen überhaupt keine Lust. Von einer Öffnung der Gastronomie ist weiterhin keine Rede und es wäre nur fair seitens der Regierung, wenn sie zugeben würden, dass das erst für nach Ostern geplant ist. Wird Tirol zum Sturm auf Wien blasen und soll ich mir einen Friseurtermin für nächstes Wochenende ausmachen oder noch nicht? Ich werde mal abwarten, wie sich die Lage entwickelt. 

Leeres Museumsquartier, Whiteout in Reingers und ein neuer Planet.

Einmal links herum, einmal rechtsherum, einmal Richtung siebten, einmal Richtung neunten Bezirk … so gestalten sich unsere abendlichen Coronarunden. Am Rathausplatz schauen wir den Eisläufern zu. Beim Spar gibt es erstmals eine neapolitanische Tiefkühlpizza, die in Kooperation mit der bekannten Wiener Pizzeria Regina Margherita entstanden ist und die muss ich gleich testen. Ganz gut!





Auf der Runde Richtung Siebten spazieren wir bis ins ziemlich verlassene Museumsquartier. Nur ein einzelner Kiosk hält die Stellung. Der Platane bei der Josefstädter Straße eilt nun ein Baumchirurg zu Hilfe und es konnte mit den Wiener Linien eine Übersiedlung vereinbart werden. Ich hoffe, der Baum überlebt’s.







Die Baustelle vor dem Fenster ähnelt immer mehr einem Wimmelbild. Die Arbeiter kommunizieren über ständiges Hupen und ich bin froh, dass wir am Freitagnachmittag wieder ins Waldviertel fahren können. Davor gibt es noch Asiatische Nudeln.

Das Tauwetter und der Regen der letzten Tage haben dem Schnee fast den Garaus gemacht. Über dem Heidenreichsteiner Moor zeigt sich ein fremder Planet am Abendhimmel und die Burg leuchtet golden. Zum Abendessen braten wir uns Burger mit Wedges, die überraschend gut gelingen.









Am Samstag beginnt es zu schneien und es wird erneut winterlich. Die Gartenvögel sammeln sich schnell an den frisch gefüllten Futterhäuschen und wir spazieren an den See und in den Ort. Während wir mit der Family videokonferieren, siedet am Herd ein wunderbarer Tafelspitz.












Sonntagfrüh ist alles frisch angezuckert. Die Gartenvögel sind zufrieden und wir treffen R + A an der frischgespurten Loipe in Haugschlag.










So sicher wie zu Weihnachten kommen regelmäßig mit den Semesterferien mildere Temperaturen und Tauwetter. Nächste Woche wird über Lockerungen oder weitere Verschärfungen entschieden – ich persönlich wüsste nicht, wo ich noch verschärfen könnte. Ewig können wir ja nicht im Lockdown bleiben und eine leichte Rückkehr zur “neuen Normalität” wäre schon schön. 

Ein Kran vor dem Fenster, Rebhühner im Garten und ein Schweinsbraten im Rohr.

Die Baustelle vor dem Fenster bietet zur Zeit eine willkommene Abwechslung zum Bildschirmeinerlei. Vor allem der Kran, der wie durch Zauberhand in einen abgeschlossenen Hof gehievt wurde, fasziniert mich. Der Kranführer hat einen sehr beschwerlichen Arbeitsweg, wird aber – einmal oben – durch einen sicherlich tollen Ausblick entschädigt. Machmal hängt ein gefährlich schwingender Korb am Kran und da bin ich froh, dass ich mich in jungen Jahren für einen Bürojob entschieden habe.
Zumittag hole ich uns einen Imbiss vom Pho House – der Schnee und die kalten Temperaturen heben die eh schon lockdowngetrübte Stimmung nicht wirklich. 





Wenn die Ausgangsbeschränkungen für etwas gut sind, dann dafür, dass wir Zeit für ein paar notwendige Reparatur- und Verschönerungsarbeiten haben. Der lockere Klodeckel sitzt wieder fest, die Lackschäden an den Waldviertler Küchenkasteln sind von Tom fachmännisch restauriert worden, das Silikon in der Dusche erneuert und der lose Griff vom Wiener Geschirrspüler ist wieder fest angeschraubt. Nur hielt dann die abmontierte Frontplatte nicht mehr, da eine der Schrauben ausgenudelt war. Do-it-yourself-Ideen wie Superkleber oder ein anderes Schraubenloch am Geschirrspülerrand durchzubohren haben wir zum Glück verworfen und unseren Tischlerfreund C. zu Hilfe gerufen. Der hat das fachmännisch repariert und darüber bin ich so froh, denn der Geschirrspüler ist neben der Waschmaschine mein liebstes Haushaltsgerät. Danke C.!
Im Hof haben Kinder eine Minischneemannreihe aufgestellt.

Tom verabredet sich mit R. zur Übergabe eines Datensticks in der Neubaugasse und weil Treffen und Besuche ja zur Zeit nicht möglich sind, fragen wir seine Schwester A. ob sie nicht dazukommen will. Zum Glück wohnen wir alle in der Nähe und können so zumindest ein paar Minuten bei Tee und Kinderpunsch im Freien plaudern. Was für seltsame Zeiten!
Im türkischen Supermarkt kaufen wir Lammkoteletts und dazu kocht Tom weiße Bohnen in Tomatensoße.

Mitte der Woche schauen wir zur 2er-Linie, wo die Arbeiten zum U-Bahn-Bau begonnen haben. Am Bauzaun hängt ein Aufruf zur Rettung der Plantane und am Eck hat ein neues Selbstbedienungsautomatengeschäft aufgesperrt. Von Sprudel über Corona-Selbsttests bis hin zu CBD-Produkten gibt es ein breites Angebot.

Im Goldfisch besorgen wir am nächsten Tag ein paar Sprotten, einen köstlichen Heringssalat sowie Oktopusarme und plaudern interessant über Regierungsmitglieder und amerikanische Ex-Botschafter. Super G’schichtln!

Dann ist wieder eine lange Lockdown-Woche um und bei milden Temperaturen fahren wir ins Waldviertel. Der Schnee ist fast schon wieder weggeschmolzen, dafür scheint etwas die Sonne.
Zum Abendessen schmelzen wir Raclettekäse über Erdäpfelscheiben und dazu passen wunderbar die selbst eingelegten Senfgurken von C + K.


Der bewölkte Himmel verliert sich in der Landschaft zu unendlicher Weite. Allen macht das runtergefahrene Land und die damit einhergehende Langeweile schon recht zu schaffen. Nur beim Nachbarn ist Besuch – eine Gruppe Rebhühner spaziert durch den Garten.
Mit R. verabreden wir uns zu einer Runde um den Herrensee und noch immer tummeln sich ein paar Mutige auf dem doch schon leicht angetauten Eis.






Seit Tagen habe ich großen Gusto auf einen Schweinsbraten und so besorgen wir uns beim Geitzenauer ein Stück Karree mit Schwarte. Diesmal gelingt die Kruste wie aus dem Lehrbuch – popp, popp, popp! Dazu Kraut und Knödel. 




Im Radio kündigen Sie über Nacht Schneefall an und tatsächlich begrüßt uns der Sonntagmorgen frisch angezuckert. Dazu scheint die Sonne und so fahren wir gleich nach einem Kaffee nach Haugschlag. Nur zwei Autos stehen auf dem Parkplatz und außer uns ist niemand zu sehen, als wir in die Spur einsteigen. Ein Traum!












Noch zwei offizielle Lockdownwochen liegen vor uns. Jetzt wäre es schön langsam wirklich gut, wenn Friseure wieder aufsperren dürften. Aber irgendwie werden wir uns da auch noch drüber retten und ausgestattet mit frischen FFP2-Masken weiter versuchen, die Kurve flach zu halten. Wird das je enden?