Lockdowntristesse, Schneetreiben und Gutes aus der Küche

Fad, fader am fadesten gestaltet sich die zweite Woche im Lockdown. Nur die Arbeit und die Regierungsturbulenzen sorgen für etwas Abwechslung. Vorbei an geschlossenen Lokalen und Geschäften ziehen wir unsere abendlichen Runden und auch wenn ich für den Kitsch und gezuckerten Alkohol auf den Weihnachtsmärkten nicht so empfänglich bin, sorgen sie nichtsdestotrotz für Licht, Funkeln und Menschentreiben in einer Jahreszeit, wo es um vier dunkel wird und der restliche Tag unter einer nasskalten Hochnebeldecke dahindämmert.
Zum Abendessen gibt es einmal einen wärmenden Kohleintopf und einmal ein überaus köstliches Entensugo.


Die Zusteller der Post kämpfen mit riesigen Packerlbergen, die hübschen Durchgänge und Plätze im siebenten Bezirk sind fast menschenleer und die Lammkrone mit Erdäpfelpüree wunderbar.



Dieses Wochenende fahren wir wieder hinauf nach Litschau, was ein wenig Abwechslung bietet. Das Städtchen ist hübsch geschmückt, aber auch hier fehlt die heimelige Stimmung mit Punschstand und geöffneten Wirtshäusern. Es ist fast niemand auf der Straße zu sehen. Daheim kocht Tom ein Hühnerreisfleisch.

Samstagfrüh brennt der Himmel und bald fängt es an zu schneien. Am Supermarktparkplatz treffen wir S. und besprechen, worauf wir alles anstoßen müssen, sobald Treffen wieder möglich sind, C. schickt Fotos von den heurigen Weihnachtsmenüvorschlägen, die K. für ein bekanntes Nachrichtenmagazin kocht und das wir aufgrund des verdammten Lockdowns nicht mitgenießen können.


















Fischen ist nicht mehr möglich, da die Teiche zugefroren sind, dafür verabreden wir uns mit R + A am Nachmittag zu einer Seerunde. R rettet einen armen Regenwurm vor dem Erfrierungstod im Schnee und ich muss lachen, als sie die Szene einer aktuellen Bankwerbung nachstellt. Brrrr! (Hinweis: bei der gestellten Szene kam kein Tier zu Schaden).




Gut durchgelüftet packe ich meine Tasche mit Handtuch und Bademantel und fahre zur Mama, die die Sauna eingeheizt hat. Bei Schnee noch einmal schöner!
Zum Abendessen gibt es gschmackige Saumeisen aus dem Litschauer Hofladen.




Noch eine Woche, dann ist der Lockdown zumindest für die Geimpften (und Genesenen) hoffentlich wieder vorbei. Falls der neue Sattelgurt endlich kommt, dann möchte ich am Feiertag zum Nougat fahren!

Autor: freia

Geboren in Wien. Aufgewachsen in Wien und Münchendorf. Lebe in Wien und im Waldviertel.

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