Ein Kran vor dem Fenster, Rebhühner im Garten und ein Schweinsbraten im Rohr.

Die Baustelle vor dem Fenster bietet zur Zeit eine willkommene Abwechslung zum Bildschirmeinerlei. Vor allem der Kran, der wie durch Zauberhand in einen abgeschlossenen Hof gehievt wurde, fasziniert mich. Der Kranführer hat einen sehr beschwerlichen Arbeitsweg, wird aber – einmal oben – durch einen sicherlich tollen Ausblick entschädigt. Machmal hängt ein gefährlich schwingender Korb am Kran und da bin ich froh, dass ich mich in jungen Jahren für einen Bürojob entschieden habe.
Zumittag hole ich uns einen Imbiss vom Pho House – der Schnee und die kalten Temperaturen heben die eh schon lockdowngetrübte Stimmung nicht wirklich. 





Wenn die Ausgangsbeschränkungen für etwas gut sind, dann dafür, dass wir Zeit für ein paar notwendige Reparatur- und Verschönerungsarbeiten haben. Der lockere Klodeckel sitzt wieder fest, die Lackschäden an den Waldviertler Küchenkasteln sind von Tom fachmännisch restauriert worden, das Silikon in der Dusche erneuert und der lose Griff vom Wiener Geschirrspüler ist wieder fest angeschraubt. Nur hielt dann die abmontierte Frontplatte nicht mehr, da eine der Schrauben ausgenudelt war. Do-it-yourself-Ideen wie Superkleber oder ein anderes Schraubenloch am Geschirrspülerrand durchzubohren haben wir zum Glück verworfen und unseren Tischlerfreund C. zu Hilfe gerufen. Der hat das fachmännisch repariert und darüber bin ich so froh, denn der Geschirrspüler ist neben der Waschmaschine mein liebstes Haushaltsgerät. Danke C.!
Im Hof haben Kinder eine Minischneemannreihe aufgestellt.

Tom verabredet sich mit R. zur Übergabe eines Datensticks in der Neubaugasse und weil Treffen und Besuche ja zur Zeit nicht möglich sind, fragen wir seine Schwester A. ob sie nicht dazukommen will. Zum Glück wohnen wir alle in der Nähe und können so zumindest ein paar Minuten bei Tee und Kinderpunsch im Freien plaudern. Was für seltsame Zeiten!
Im türkischen Supermarkt kaufen wir Lammkoteletts und dazu kocht Tom weiße Bohnen in Tomatensoße.

Mitte der Woche schauen wir zur 2er-Linie, wo die Arbeiten zum U-Bahn-Bau begonnen haben. Am Bauzaun hängt ein Aufruf zur Rettung der Plantane und am Eck hat ein neues Selbstbedienungsautomatengeschäft aufgesperrt. Von Sprudel über Corona-Selbsttests bis hin zu CBD-Produkten gibt es ein breites Angebot.

Im Goldfisch besorgen wir am nächsten Tag ein paar Sprotten, einen köstlichen Heringssalat sowie Oktopusarme und plaudern interessant über Regierungsmitglieder und amerikanische Ex-Botschafter. Super G’schichtln!

Dann ist wieder eine lange Lockdown-Woche um und bei milden Temperaturen fahren wir ins Waldviertel. Der Schnee ist fast schon wieder weggeschmolzen, dafür scheint etwas die Sonne.
Zum Abendessen schmelzen wir Raclettekäse über Erdäpfelscheiben und dazu passen wunderbar die selbst eingelegten Senfgurken von C + K.


Der bewölkte Himmel verliert sich in der Landschaft zu unendlicher Weite. Allen macht das runtergefahrene Land und die damit einhergehende Langeweile schon recht zu schaffen. Nur beim Nachbarn ist Besuch – eine Gruppe Rebhühner spaziert durch den Garten.
Mit R. verabreden wir uns zu einer Runde um den Herrensee und noch immer tummeln sich ein paar Mutige auf dem doch schon leicht angetauten Eis.






Seit Tagen habe ich großen Gusto auf einen Schweinsbraten und so besorgen wir uns beim Geitzenauer ein Stück Karree mit Schwarte. Diesmal gelingt die Kruste wie aus dem Lehrbuch – popp, popp, popp! Dazu Kraut und Knödel. 




Im Radio kündigen Sie über Nacht Schneefall an und tatsächlich begrüßt uns der Sonntagmorgen frisch angezuckert. Dazu scheint die Sonne und so fahren wir gleich nach einem Kaffee nach Haugschlag. Nur zwei Autos stehen auf dem Parkplatz und außer uns ist niemand zu sehen, als wir in die Spur einsteigen. Ein Traum!












Noch zwei offizielle Lockdownwochen liegen vor uns. Jetzt wäre es schön langsam wirklich gut, wenn Friseure wieder aufsperren dürften. Aber irgendwie werden wir uns da auch noch drüber retten und ausgestattet mit frischen FFP2-Masken weiter versuchen, die Kurve flach zu halten. Wird das je enden?

 

 

 

Autor: freia

Geboren in Wien. Aufgewachsen in Wien und Münchendorf. Lebe in Wien und im Waldviertel.

6 Gedanken zu „Ein Kran vor dem Fenster, Rebhühner im Garten und ein Schweinsbraten im Rohr.“

    1. Obwohl jeder Tag wie der andere ist (fast, denn die Waldvierteltage sind doch besser), vergeht die Zeit eh rasch. Danke für deinen Kommentar und ebenfalls ganz liebe Grüße! Jetzt darf ich dann nicht einmal mehr die schöne blaub/gelbe Maske tragen!

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