Wieder in Wien, Blumen am Feld und ein kühles Pfingstwochenende

Nach neun Wochen im Waldviertler Corona-Exil packen wir unser Homeoffice-Equipment zusammen und fahren nach Wien zurück. Wir kaufen Erdbeeren beim Erdbeerfeld kurz vor der Autobahn und machen einen kurzen Stipp bei der Raststation.
Nur ein, zwei E-Scooter-Anbieter haben den Lock-Down überlebt, aber die verbliebenen bieten gleich ein vertrautes Bild. Um den Abschied etwas leichter zu gestalten haben wir Berner Würstel vom Litschauer Fleischhauer mit im Gepäck.

Nach zehn Wochen  selber kochen und das vorwiegend mit regionalen Zutaten freuen ich mich schon riesig auf das Mitagsmenü vom Vietnamesen auf der Lerchenfelder Straße. Zitronengrashuhn, Sommerrollen, asiatische Suppe … mhm! Nur der Verpackungsirrsinn ist nicht so schön.

Nach der Arbeit holen wir Besorgungen nach und spazieren durch den Bezirk. In Wien blühen schon die Rosen und die Schanigärten sind errichtet. In der Arbeit starten wir mit einer langsamen Rückkehr aus dem Homeoffice und besetzen das Büro einmal nur einzeln. Am Dienstag habe ich Bürodienst und nehme für den Arbeitsweg  das Rad – prompt fängt es zu schütten an. Waschelnass komme ich an aber zum Glück finde ich in meinem Zimmer eine Hose, die ich schon seit Monaten zum Änderungsschneider bringen möchte. Da ich ja alleine bin, stört der kaputte Zippverschluss nicht. Da es den ganzen Tag nicht zur regnen aufhört, nehme ich für den Heimweg dann doch die fast leere U-Bahn und gönne mir einen Espresso in der Stadt.

  

Zum Reifenwechseln muss ich auch und die Wartezeit überbrücke ich mit einem Besuch in der Lugnercity. Die meisten Geschäfte haben in der Früh noch geschlossen und das Einkaufszentrum hat wahrlich schon bessere Zeiten erlebt. Auch der Optiker auf der Josefstädter Straße hat noch zu und so warte ich weiter bei einem kleinen Kaffee. Am Abend machen wir wieder eine Runde durch den Bezirk und kaufen beim Goldfisch eine Goldbrasse. Dazu ein Salat mit Melone und Mozzarella – das kulinarische Highlight der Woche!
Am Badeschiff ist das Bassin bereit für die Eröffnung der Bäder zu Pfingsten und ich frage mich, ob auch das Becken im Litschauer Strandbad schon frisch eingelassen ist.

 

Bevor wir am Freitag wieder rauffahren, schaue ich noch im Reitstall vorbei. Es ist noch wenig los und so werde ich von Hund und Katz belagert. Erst spät kommen wir heroben an und machen uns ein schnelles Abendessen mit Gnocchi, Erbsenpürree und Räucherlachs.
 

Wie angekündigt ist das Pfingstwetter wechselhaft und kühl, der Garten nach dem Regen aufgeblüht und auch das Kräuterbeet ist üppig bewachsen. Der Bauernmarkt hat auch wieder geöffnet und wir kaufen Erdbeeren und Käse.

Leider gibt es hier bei uns kaum die fürs Waldviertel so typischen Mohnfelder, nur vereinzelt sieht man ein paar rote Sprenkel im Straßengraben. Im Feld leuchten blau die Kornblumen. 
Bruder mit M. und Schwester sind angereist und nachdem nun bald die Maskenpflicht und weitere Coronaeinschränkungen weitgehend gelockert werden sollen, treffen wir uns alle bei Ma und H. auf einen Schweinsbraten. Dafür hat sich das lange Warten gelohnt!

 

Für Sonntag ist ab Vormittag Regen angesagt und so reserviere ich gleich in der Früh noch eine Stunde am Tennisplatz. Es tröpfelt leicht, aber das hält uns nicht von einem lustigen Doppel mit A und P ab. Ich hoffe, das können wir im Sommer öfter machen. Und das Bassin ist auch eingelassen! Jetzt muss nur noch das Wetter besser werden.

Am Abend sind wir bei R + A eingeladen, morgen wollen wir über den Kollmitzggraben fahren, da dort noch ein Revierfilm gedreht wird und nächste Woche möchten wir zu Hause für die Kinder kochen, nachdem man weiterhin nur zu viert an einem Tisch im Lokal sitzen kann, was sich für uns nicht ausgeht. Da bin ich nicht traurig, wenn diese seltsame Regel wieder fällt.

 

Autor: freia

Geboren in Wien. Aufgewachsen in Wien und Münchendorf. Lebe in Wien und im Waldviertel.

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