Litschauer Maibäume, Stadtkapelle und Dampflok

Am Sonntag vor dem 1. Mai bleiben wir heroben und lassen den Abend auf der Terrasse ausklingen.

Am nächsten Morgen drehe ich eine Runde um Schandachen, während Tom in den Kollmitzgraben fährt. Überall blühen die Obstbäume und der Löwenzahn.

Am Nachmittag schauen wir mit R + A in den Ort zum traditionellen Litschauer Maibäumeaufstellen. Erst geht es um 17:00 Uhr zur Kirche am oberen Stadtplatz, wo begleitet von der Stadtkapelle und mithilfe zweier Traktoren der Maibaum der Gemeinde errichtet wird. Sobald der Baum steht, wandern Zuschauer, Kapelle und Bürgermeister zum unteren Ende des Stadtplatzes, wo genau eine halbe Stunde später ein zweiter Maibaum aufgestellt wird. Die Zuschauer sitzen an Heurigentischen und – wieder begleitet von Blasmusik – wird der Baum mit vereinter Muskelkraft ganz traditionell in die Halterung gesteckt. “Irgendwie gmiatlicher hier”, kommentiert ein Zuschauer gegenüber dem Bürgermeister das Geschehen.
Zum Abendessen kommen R + A zu uns und nach Karpfenlaibchen mit Brennnesselspinat spielen wir ein paar Runden Trivial Pursuit.

Die Kapelle spielt auf Wunsch den Radetzkymarsch

Auf dem Weg zur zweiten Maibaumaufstellung

Am Feiertag verabschieden wir uns von den Rehen, vom Ginster und unserem prächtigen Apfelbaum, denn wir möchten noch über Eggenburg nach Wien fahren, wo der jährliche Flohmarkt und das Käfertreffen stattfinden.

Die kurze Woche beginnt mit einem abendlichen Treffen im Hold, unserer kleinen italienischen Cafe-Bar auf der Josefstädter Straße. Friedl Preisl lädt alle Mitarbeiter seines Akkordeonfestivals zum jährlichen Teamtreffen ein. 

Beim Aufbau des Gartentisches erleben wir den ganz speziellen Ikeamoment: die Tischplatten passen nicht zum Untergestell. So fahre ich nocheinmal nach Kagran zum Umtauschen. Zum Glück ist wenig los und ich packe die richtigen Platten sowie einen Sonnenschirm ins Auto. Irgendwas kann man immer noch brauchen!
Zur Belohnung gönne ich mir eine Thunfischpizza mit Mais.

Nicht nur in Wien blüht der Zierlauch, sondern auch in unserem Garten. Nach Jahren vergeblicher Versuche schießt heuer eine lila Kugel neben der anderen aus den Beeten. Auch der Rhododendron zeigt schon dicke Knospen und überall im Garten blühen die märchenhaften Akeleien.
Zum Abendessen gibt’s grünen Spargel.

Unter der Woche hat es endlich auch in Teilen des Waldviertels geregnet – zum Glück auch in Litschau. Der Regenmesser im Garten zeigt 26 mm, https://www.facebook.com/WetterWaldviertel/ schreibt sogar von 31 mm. Wir mähen gleich nach dem Raufkommen den Rasen – oder besser gesagt die Löwenzahnhalme – und haben so am Samstag Vormittag Zeit für einen Ausflug über die Grenze nach Trebon.
Mittlerweile haben wir den Flaschenrückgabeautomaten perfekt im Griff, kaufen schmackhafte Paradeiser, Spitzpaprika und tschechisches Bier. In der Altstadt tummeln sich die Besucher, denn es ist wieder Animationsfilmfestival. Im Schlosspark gibt es eine Aufführung für Kinder.

Die Kühe in Chlum halten ein Vormittagsschläfchen

Am Kanal in Trebon
Blick auf die Brauerei. Überall blüht der Flieder.

Irgendwo brennt grad kein Licht.

Weinbar

Halb Tschechien hat sich auf die Räder geschwungen – unglaublich, wieviele Ausflügler gleich hinter der Grenze unterwegs sind. Im Wald ist deutlich weniger los.

Daheim machen wir auch noch eine Runde mit dem Rad. Auf den Wiesen und neben den Feldern wird es nach dem vielen Löwenzahn nun etwas bunter.

Sonntagfrüh spielen wir ein paar Löcher Golf, dann fahren wir nach Reingers an die Teiche. Die Luft ist angenehm frisch, die Karpfen springen und Schmetterlinge flattern über die Wiesen.

Wieder zurück hören wir schon von weitem das Signal der Schmalspurbahn. Die 110 Jahre alte, erst kürzlich sanierte Dampflok ist in Litschau angekommen und hat einige Besucher mitgebracht. Am Kulturbahnhof gibt es Schnitzel von der FF Litschau, die im Festtagsgewand und angeführt von der Stadtkapelle, feierlich heranmarschiert kommt.

 

Wir verlassen Dampflok, Feierlichkeiten und das prächtige Wetter. Es wäre nicht schlecht, wenn es die Tage wieder einmal – und dann auch in der Waidhofner Gegend – regnen würde. Daran ist das Gewitter von letzter Woche vorbeigezogen, kein einziger Tropfen fiel und der Bach hinter Papas Mühle ist fast komplett mit dem Blütenstaub der Fichten überzogen.

Winkelbach/Schwarzbach

Nächste Woche fliege ich nach Hamburg, am Donnerstag ist Fliegenfischertag der ÖFG1880 http://www.oefg1880.at und am Wochenende kommen die Kinder rauf!

 

Autor: freia

Geboren in Wien. Aufgewachsen in Wien und Münchendorf. Lebe in Wien und im Waldviertel.

4 Gedanken zu „Litschauer Maibäume, Stadtkapelle und Dampflok“

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