Freiluftbegegnungen, Reif und ein fast verschlafener Jahreswechsel

Noch sind wir hier im alten Jahr – dem Coronajahr, dem COVID-Jahr oder dem Scheißjahr, wie man auch sagen kann. Kleinere und größere Wandergruppen ziehen durch die Waldviertler Lockdown-Lande und so treffe auch ich mich mit Cousine A. zur vereinbarten Seerunde. Die Sonne scheint und mit einem zweifelnden Lächeln schaue ich ihr dabei zu, wie sie Handtuch und Badesachen “für später” in die Badekabine räumt. Sie meint es jedoch durchaus ernst und voller Bewunderung beobachte ich nach dem Spaziergang ihre Tempi im Herrensee. Brrrrrr!





Beim Sonnenhof schrecke ich einen Reiher auf – offenbar sind Fische im Bach, die ich jedoch nicht sehen kann. In der Kirche zünden wir ein paar Kerzen an und am Nachmittag fahre ich zur Mama in die Sauna. Eine Wohltat – besonders in diesen Tagen.







Am nächsten Vormittag sind wir mit R + A zu einer Herrenseerunde bei Sonnenschein verabredet und später machen wir einen Ausflug ins malerische Weitra. Das Schloss ist zwar geschlossen, aber es sind einige Leute in der Stadt unterwegs und es liegt sogar etwas Schnee. Am Weg kommen wir beim mittlerweile berühmten Weihnachtshaus in Brand vorbei, das bei Tageslicht einer wilden Ansammlung von Kitsch und Plastik gleicht.

Zum Abendessen gibt es ein geräuchertes Karpfenfilet der Schlossfischerei Litschau auf Zitronenrisotto.

Das Eis auf den Teichen wird immer dicker, genauso wie die Vögel an unseren Futterhäuschen. Wie jedes Jahr zu den Rauhnächten räuchere ich Haus und Keller und vielleicht lässt sich das Virus ja so vertreiben.
Instagram zeigt mir als Jahresrückblick meine “Bestnine2020”.





Und dann ist er da, der letzte Tag des Jahres. Da wir nichts für eine Silvesterparty vorbereiten müssen, haben wir am Nachmittag Zeit für eine Golfrunde mit R + A in Haugschlag. Ein Platz ist auf Wintergrüns bespielbar, es ist nichts los und wir spielen entspannte neun Löcher bei Sonnenschein.
Zum Abendessen gibt es Altwiener Backfleisch (ein paniertes Beiried) und dazu Erdäpfel-Vogerlsalat. Bei Maria Theresia im Fernsehen schlafe ich ein und werde rechtzeitig vor Mitternacht munter. Obwohl man heuer eigentlich keine Raketen schießen sollte, zeigt der Himmel über Litschau jede Menge Feuerwerke.

 


Eisig und sonnig gestalten sich die ersten Tage im neuen Jahr. Auf den Teichen sieht man erste Fußspuren – mutig.

Statt Schnee ist die Landschaft von Reif überzogen – auch schön, aber nicht das selbe. Auch nach der Sauna fehlt der Schnee.

Jetzt haben wir noch ein paar freie Tage, die wir für kleine Renovierungsarbeiten im Haus nutzen möchten. Vor uns liegen weitere zähe Lockdown-Wochen und wie gerne würde ich wiedereinmal mit Freunden und Familie beisammensitzen, ins Wirtshaus gehen oder ins Kaffeehaus. Jetzt fängt es auch noch zu regnen an.
Trotzdem – Prosit Neujahr und auf ein besseres 2021!

 

Autor: freia

Geboren in Wien. Aufgewachsen in Wien und Münchendorf. Lebe in Wien und im Waldviertel.

4 Gedanken zu „Freiluftbegegnungen, Reif und ein fast verschlafener Jahreswechsel“

  1. Liebe Freia,

    auch dein 1. Blog im Neuen Jahr begeistert deine Leser, wie gewohnt, mit traumhaften Fotos. Obwohl ich nicht immer kommentiere, verfolge ich doch deine Berichte mit großem Interesse und großer Freude. Ich danke dir ganz herzlich dafür und wünsche dir und Tom alles Gute für 2021.

    Bussi, Marlies

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