Goldene Abendstunden, Blick über Wien und eine Nachricht aus der Luft.

Ich versuche meist das Positive in allem zu sehen und so ist es Glück im Unglück, dass ich Sonntag Abend zu einer Pizza komme – daheim ist nämlich der Geschirrspüler kaputt. Während des Lockdowns wurde die alteingesessene Pizzeria Ruffino auf der Josefstädterstraße umgebaut und der Teig ist jetzt deutlich besser als früher, beim Belag können sie mit den modernen Pizzerien noch nicht ganz mithalten. 

Um Geschirr zu sparen und weil das Wetter noch so schön ist, gehen wir unter der Woche ein paar Mal auf ein Mittagsmenü. Vom Schanigarten des Café Strozzi aus kann man gut den Andrang beim Würstelstand und im Zimmerservice beobachten. Vor allem aber die Sinnlosigkeit der Stopptafel an der sehr gut einsehbaren Kreuzung – ein eigentlich nur für Autofahrer notwendiges Haltegebot, auf das sich die Polizei im Bezirk gerne beim Radfahrerabstrafen beruft.
In der Maria-Treu-Gasse haben Kinder ihre Liebe zur Wohnstraße zum Ausdruck gebracht.
Im ausgezeichnet bestückten Ginladen neben dem Café Torberg kaufen wir einen sehr guten und günstigen Cava.






 

Auch im Hold gibt zwei sehr gute Menüs zur Auswahl und die eigentlich bekannten Gerichte wie Kürbiscremesuppe oder Linsen mit Knödeln schmecken immer ein bisschen anders als sonstwo.

Nach der Arbeit möchte ich unbedingt zum neuen IKEA beim Westbahnhof. Erstens wegen der schönen Aussicht, zweitens weil ich schon dringend Servietten brauche und drittens weil mir meine Mama am Nachmittag schon ein Foto von ihrem Besuch am Nachmittag geschickt hat. Das Einrichtungshaus ist über mehrere Stockwerke verteilt und es dauert etwas, bis man sich zurechtfindet. Nicht alle Abteilungen sind so gut wie in den großen Standorten bestückt, aber Servietten gibt es genug und in allen Farben. Über eine weiße Treppe, die in den paar Tagen seit der Eröffnung schon ziemlich schmutzig ist (welchem Architekten fällt so etwas ein?) geht es auf die Terrasse – und tatsächlich: der Blick über Wien ist phänomenal. Auch ein paar Bienen haben sich bereits eingefunden.



















Am Mittwoch ist wieder Markttag in der Lindengasse, wobei das Angebot weiterhin überschaubar bleibt. 

Einmal spazieren wir am Abend in die Innenstadt, wo schon etwas mehr Touristen unterwegs sind. Auch eine Gruppe tibetischer Mönche fotografiert sich vor den Fiakern am Michaelerplatz. Die Abendsonne taucht Wien in goldenes Licht.






Heroben sind die ersten Äpfel reif, die Weintrauben hängen an den Reben und auch der alte Zwetschkenbaum trägt reichlich Früchte. Zum Abendessen sind wir mit Ma und H. im Theaterwirtshaus im Feriendorf verabredet. Obwohl ich reserviert habe und auch ein paar andere Gäste im Lokal sind, ist wie beim letzten Besuch niemand zu sehen, der einen begrüßt oder zum Tisch führt. Das Servicepersonal hat sich irgendwo versteckt und ich hoffe, sie müssen nicht selbst kochen! Sowohl der Räucherkarpfen als Vorspeise als auch die Steaks und die Mohnnudeln zum Dessert schmecken jedoch vorzüglich und mit einem Absacker bei uns ist es ein sehr schöner Abend geworden.

Am nächsten Morgen zieht es mich sofort in den Wald und obwohl nach wie vor nur über vereinzelte Funde berichtet wird, freue ich mich über ein paar schöne Steinpilze. Dann fahren wir an die Teiche, wo wir etwas anfüttern, da ich am Nachmittag einen Karpfen angeln möchte. Die Seerosen blühen heuer ungewöhnlich lange.





Der Aufseher hat einen schönen Platz freigeschnitten und kurz nachdem ich die Angeln ausgeworfen habe, zeigt das bunte Ringerl an der Schnur den ersten Biss! Insgesamt fange ich vier Karpfen und einen davon entnehmen wir. Ein erfolgreicher Nachmittag!
Wir packen unsere Sachen zusammen und weil es für September noch ungewöhnlich warm ist, gehe ich noch einmal schwimmen. Kaum im Wasser fängt es zu Donnern an und nach ein paar erfrischenden Zügen bin ich auch schon wieder heraußen.





Daheim filetiert und schröpft Tom den Fisch fachgerecht, was eine ziemliche Arbeit ist. Paniert zu Erdäpfelvogerlsalat schmeckt er dann aber köstlich – kein Trangeschmack, kein Letteln, keine Gräten – herrlich.

Ein paar Steinpilze möchte ich noch finden und da entdecken wir im Wald ein seltsames weißes Objekt. Ein Riesenbovist, ein außerirdisches Flugobjekt? Beim Näherkommen entpuppt es sich als gestrandeter Luftballon und darin finden sich Zellen mit einer Nachricht. Kennt jemand den Andreas? Oder ist es eine Werbung der bekannten TV-Sendung?
Ich finde dann sogar noch ein paar Pilze und am Teich dann die nächste Überraschung. Die Gemeinde Reingers feiert 50 Jahre Ortszusammenschluss und dabei pumpt die Feuerwehr zur Belustigung Wasser aus dem Mühlteich und spritzt es in einer riesen Fontäne wieder zurück. Bewilligung einholen, den Teichbesitzer fragen … scheinbar alles egal. 









Hinter dem Haus haben Sie mit den Vorbereitungen für den Bau der Zufahrtsstraße für die neue Siedlung begonnen und manchmal ist es nicht leicht, das Positive zu sehen.

Edited in Prisma app with Lavender

 

 

Autor: freia

Geboren in Wien. Aufgewachsen in Wien und Münchendorf. Lebe in Wien und im Waldviertel.

2 Gedanken zu „Goldene Abendstunden, Blick über Wien und eine Nachricht aus der Luft.“

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