1918, Frost und Sonnenuntergänge

Das Wetter ist weiterhin viel zu warm für die Jahreszeit. Weihnachten lässt sich dadurch jedoch nicht aufhalten und überall in der Stadt werden bereits die Standln der Weihnachtsmärkte aufgestellt. Die Fiakerpferde sind not amused und legen die Ohren an.
Vor dem Ausweichparlament am Heldenplatz hat man interessante Schautafeln über das Jahr 1918 anläßlich 100 Jahre Republik aufgestellt.
Passend zu den milden Temperaturen kochen wir uns Pasta mit Garnelen und Rucola.

Eigentlich hatten wir vor, auf ein Konzert im Rahmen des KLEZmore-Festivals zu gehen, aber dann feiern wir spontan Toms Geburtstag im Dionysos Nosh in der Kochgasse. Das Lokal hat trotz Renovierung geöffnet und obwohl es bei “Mein Lokal, dein Lokal” – wie S. uns erzählte – kürzlich nicht siegreich gewesen ist, wurden einzelne Gerichte von den Wiener Mitstreitern sehr gelobt. Wir mögen es sowieso. H. hat uns dafür Bilder vom Konzert in der Kirche am Gaußplatz mitgebracht.
Am nächsten Tag treffen wir uns für den Heimweg in der Opernpassage und ich finde die Aktion mit den U-Bahn-Stars, die in den Stationen spielen, um womöglich ungute Räume zu entspannen, sehr gut.

Kurz vor Litschau werden wir am Freitag von einem wunderschönen Sonnenuntergang begrüßt. 

Über Nacht ist es kalt geworden und in der Früh sind der Garten und die Felder von Frost überzogen. Auf den Teichen bildet sich eine dünne Eisschicht. Wir räumen die Kübelpflanzen in den Keller und besorgen im Lagerhaus Vogelfutter. Dort tauschen sich S und ich über die Leihscootersituation in Wien aus und Tom bespricht mit unserem Zaunbauer die Barschsituation im Reißbach.

Schandacher Teich

In Reingers

Am Abend sind wir zum zweiten Ganslessen verabredet, diesmal im Gasthaus Böhm in Leopoldsdorf. Weil noch Zeit ist und unsere tschechischen Biervorräte zu Neige gehen, fahren wir nach Jindrichuv Hradec. Auch drüber der Grenze geht die Sonne sehr schön unter! Vom Parkplatz des Kaufland-Supermarkts hat man einen guten Blick auf die Altstadt.

Obwohl sie Nebel angesagt haben, scheint auch am Sonntag die Sonne. Wir besorgen Zeitung und Gebäck und machen noch eine Runde mit der Kamera, diesmal nach Schlag und über die Grenze nach Chlum. Der große Teich führt kaum Wasser und ein Mann ist mit einem Metalldetektor unterwegs – ich würde nur zu gerne wissen, wonach er sucht. 
Am Rückweg erzählen kleine bunte Tafeln auf einem Gedenkstein die Geschichte eines Wilderers.

Die nächste Woche startet gleich mit einer Einladung ins Kino – Der Trafikant – und dann wartet ein nettes Essen mit Freunden auf uns. Ganz besonders freue ich mich schon wieder aufs Wochenende, denn da wird fürs Weihnachtsmenü probegekocht!

 

Schaf mit Boot, Eis am See und Palmweihe

Die Woche startet sonnig, doch es bleibt weiter kalt. Weit kann er nicht mehr entfernt sein, der Frühling. Die ersten Eissalons sperren auf und die Leihräder sind aus dem Winterschlaf erwacht.

Wir bekommen ein Informationsblatt von der Bezirksvertretung, dass das Pfeilheim in unser Gasse umgebaut werden soll. Ein paar Tage lang werden die Pläne im Studentenheim ausgehängt und das nutzen wir, um einen Blick in den berühmten Architektenbau aus den 60er Jahren – und aktuell Drehort des Wien Tatorts – zu werfen. Sehr retro dort drinnen.

Im Waldviertel sind die Teiche noch immer von Eis bedeckt. Die Rehe äsen am Waldrand und warten wahrscheinlich so sehnsüchtig wie ich, dass es endlich etwas milder wird.

In der Bäckerei Smetacek gibt es frische Osterpinzen und während mir Marion im neu renovierten Friseursalon Böhm die Haare schneidet, findet Tom im Wald ein Schaf mit Boot.

In Heidenreichstein ist Fischmarkt. Am Welsstand treffen wir Ma, H., Tante und Onkel. Es ist eigentlich noch viel zu kalt und es gibt auch nur wenige Standln. Mit unseren Neulitschauer Freunden R + A probieren wir Steckerlfisch und Knusperkarpfen, aber bald brechen wir wieder auf, denn wir wollen noch in die Natur.

In der Schutzzone des Herrensees beginnen sich die Enten Plätze für ihre Nester zu suchen, Und langsam kommt auch die Sonne raus.

Frühlingsknotenblumen

Mein Papa bringt mir auch manchmal Bilder von seinen Waldgängen mit. Wenige Meter von einander entfernt, entdeckt er eine gefrorene Pfütze und daneben ein Feld von Frühlingsknotenblumen. Da frisst mich der Neid, denn ich finde diese hübschen – und streng geschützten – Blümchen immer nur in fremden Gärten, aber nie in der Natur.

Am Abend sind wir bei R + A auf Rindsrouladen eingeladen. Über dem Feriendorf zeigt der Himmel ein schönes Abendrot. Da die Geschirrbestände in der neu erstandenen Ferienwohnung noch etwas begrenzt sind, hat R das Tiramisu in einer Salatschüssel aufgeschichtet. Das tut dem Geschmack jedoch keinen Abbruch!

Beim Blick aus dem Fenster in der Früh sehe ich, dass sich die Elstern ein Nest im Lärchenbaum bauen. Im Wipfel sitzt ein kleinerer Vogel und sieht ihnen zu. Der Boden des Nests ist noch nicht ganz fertig.
Wir holen Weckerln fürs Sonntagsfrühstück und kommen gerade rechtzeitig zur Palmweihe vor der Kirche. Es hat ein frisches Grad unter Null.

Ob heute noch die Sonne rauskommt, wollen wir nicht abwarten und fahren nach Wien. Am Nachmittag möchten wir uns lieber die Otto-Wagner-Ausstellung im Wien Museum anschauen.
Nächste Woche feiern wir Hochzeitstag und dann ist auch schon Ostern! Die Wettervorschau verspricht 20 °C.

Gastbeitrag: Herbst im Granitgarten

Im Steingarten meines Papas, in einem kleinen Dorf bei Pfaffenschlag, ist der Herbst eingezogen und hat den Boden mit Buchenlaub bedeckt. Ein paar aktuelle Bilder seiner bemalten Granitblöcke und dazu noch drei schöne (bzw. originelle) Aufnahmen hab ich von ihm für einen kleinen Gastbeitrag bekommen. Nächstes Jahr, wenn Papa mit Laubrechnen fertig ist,  wird P. die Steine dann vielleicht professionell fotografieren, denn sie sind wirklich sehenswert! 

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Nach dem Schneefall und frostigem Wetter von letzter Woche ist das Eichenlaub im Wald zwar abgestorben, dafür aber als Ersatz mit “Kristallen” geschmückt.

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Kein Vogelschwarm in der Ferne, sondern ein Mückenschwarm unmittelbar vor Papas Gesicht.

Und dazu noch ein schöner Sonnenuntergang.

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Gastbeitrag: Winkelbach/Schwarzbach & Hamtalwald

Heute gibt es einen Gastbeitrag von meinem Papa, der regelmäßig im Wald unterwegs ist und ein paar Bilder entlang des urigen Winkelbachs geschossen hat.

“3x – 4x pro Woche bin ich im Hamtalwald – liegt zwischen Arnolz, Klein-Göpritz, Ranzles, Schirnes, Dimling und Groß-Eberharts – wobei ich die halbe Strecke entlang des Winkelbachs gehe. Der Bach hat seine Quelle knapp westlich vom Rohrbacher Teich, geht durch diesen durch und fließt als “Winkelbach” (nomen est omen) bei uns (Arnolz) vorbei, durch den Hamtalwald bis Ranzles; ab dort heißt er dann Schwarzbach (die Schwarzfärbung der Steine im Bach ist wegen Manganausfällungen) und fließt dann bei Peigarten in den Taxbach und dieser kurz darauf in die Thaya. Hier einige Bilder von diesem urigen Bach.

Am Winkelbach 1

Am Winkelbach 2

Am Winkelbach 3

Am Winkelbach 4

Am Winkelbach 5

Schwarzerle

Und in einer ebenfalls sehr urigen sumpfigen Lichtung habe ich dann dieses Blumenwunder (Frühlingsknotenblume – ich hatte sie für Schneeglöckchen gehalten) gefunden.

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Jetzt fehlen (fotografisch) eigentlich nur noch die “Bewohner” des Waldes, aber da muss ich mehr “pirschen” als “wandern” und vor allem die Nikon mitnehmen, denn mit dem Handy wird das eher nix!”