Ein trauriger Weihnachtsbaum, Geheimgang durch die Hofburg und am Wilhelminenberg

Dem Sonnenuntergang entgegen fahren wir vom Land in die Stadt. Zum Abendessen gibt es gebratene Melanzani mit Schafskäse.

Auf der Baustelle vis a vis wurde der lärmende Kompressor abgeholt, dafür schippern die Arbeiter nun den Schotter vom Dach. Zumittag hole ich uns etwas vom Vietnamesen – man darf nun nicht einmal mehr zur Abholung rein ins Lokal.  
Am Abend spazieren wir über den finsteren Rathausplatz, bestaunen den traurigen Christbaum und die disneyartige Kitschlandschaft um den Herzerlbaum.
Zum Abendessen braten wir uns Spitzkraut in Oberssoße.





Als Mitglied einer Mediaplanungsfachgruppe habe ich als Ersatz für den Ausfall des Weihnachtstreffens einen Gutschein für ein Gericht im Glas in der Labstelle bekommen. Darum fahren wir nach langem wieder einmal in die Stadt. Überall hängt die Weihnachtsbeleuchtung, aber man merkt, dass die Touristen fehlen. Die Weihnachtsmärkte dürfen nicht aufsperren und mit den geschlossenen Lokalen und Geschäften ist es sehr trostlos.
Von Coq au vin über Schwammerlsoße bis Bohneneintopf gibt es diverse Köstlichkeiten zum Mitnehmen – wir entscheiden uns für Bouillabaisse und Lammcurry. Das Lammcurry wärmen wir uns gleich zum Abendessen. Das Fleisch ist zart, getrocknete Zwetschken und Kichererbsen sind dabei und es ist gut gewürzt.





Am nächsten Tag schneit es – im Hof haben Kinder einen kleinen Schneemann gebaut.



Dieses Wochenende bleiben wir in Wien und schauen am Freitagnachmittag am Markt auf der Lerchenfelderstraße vorbei. Ich kaufe ein Glas Marillenmarmelade aus Ungarn (!). Bisschen teuer aber sehr gut.

Wir nutzen die Gelegenheit für eine größere Runde und gehen über den Spittelberg – auch weihnachtsmarktlos –, vorbei an der Mariahilferstraße und weiter in den Burggarten. Dort folgen wir anderen Spaziergängern in einen Gang, der uns durch die Hofburg und beim Schweizer Tor hinaus führt. Da waren wir noch nie.
















Am Samstag wollen wir uns die Fischsuppe kochen und was passt da besser dazu, als ein Baguette aus der französischen Bäckerei? Danach wollen wir auf dem Markt in der Lange Gasse einen Fisch kaufen. Die Wartezeit in der Schlange vertreiben wir uns beim Plaudern mit Musiker und Wirt aus dem Achten.

Am Nachmittag besuchen wir den Friedhof – ein paar der Gräber haben schon bessere Zeiten erlebt – und dann geht’s auf den Wilhelminenberg. Statt einem malerischen Sonnenuntergang bekommen wir jedoch nur einen verhangenen Blick über die Weinberge und auf unzählige Pärchen, die sich beim geschlossenen Schloss zum Tête-à-Tête verabredet haben.
Die Suppe ist sehr gut, auch wenn wir nicht ganz den dafür passenden Fisch bekommen haben, die Räucherforelle zur Vorspeise ganz besonders gut. Beim Schlafengehen bemerke ich Licht am Gang – wer da im Lockdown noch so spät unterwegs ist? Vielleicht jemand mit seinem Hund. Schon seltsam, worüber man sich in dieser Zeit alles so Gedanken macht.





Die wie die Schwammerln aus dem Boden sprießenden Pop-up-Bäckereien haben Sonntags leider geschlossen und so gehen wir zum Felzl auf  der Lerchenfelderstraße. Am Rückweg schlagen wir einen Bogen durch den Achten bis zur Piaristenkirche, die wir uns das erste mal von innen anschauen. Der barocke Hauptraum ist mit einem Gittertor versperrt, dafür öffnet die Seitentür automatisch. Auch praktisch wenn man nix angreifen muss.



Montag sperren die Geschäfte wieder auf – hoffentlich entstehen keine Shoppingwahncluster und wir können Weihnachten zumindest im kleinen Rahmen in der Familie feiern. Für einen Test knapp davor haben wir uns jedenfalls schon angemeldet.
Vielleicht gehe ich am Feiertag wieder einmal reiten und nächstes Wochenende müssen wir dann den Weihnachtsschmuck aus dem Waldviertel holen!

 

Autor: freia

Geboren in Wien. Aufgewachsen in Wien und Münchendorf. Lebe in Wien und im Waldviertel.

3 Gedanken zu „Ein trauriger Weihnachtsbaum, Geheimgang durch die Hofburg und am Wilhelminenberg“

  1. liebe freia
    ich bin ja mit leib und seele wienerin und ich kenne meine stadt sehr gut. deine bilder zeigen mir aber auch , dass du gerne in wien bist und ich freu mich sehr, so schöne bilder und texte über wien zu lesen. es gibt so viele schöne flecken auf dieser erde, aber wien ist schon etwas besonderes….danke für deinen blog den ich sehr liebe
    eine schöne vorweihnachtszeit, wenn auch eine spezielle
    lg sissy

    1. Liebe Sissy,
      danke für deinen so schönen Kommentar! Ich liebe Wien auch und genieße die Spaziergänge durch die Stadt. Auch wenn da meist Tom die treibene Kraft ist ;-). Ich bin dann doch lieber in der Natur und im Waldviertel. Aber stimmt, es gibt immer etwas Neues zu entdecken! Ich wünsche Dir auch eine schöne Vorweihnachtszeit und wieder viele Reisen hoffentlich ab nächstem Jahr. Lg, Freia

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