Gedenken an dunkle Zeiten, Bäuerinnenladen und im Kollmitzgraben

Und weiter gehts zur nächsten Torte nach Wien. Geburtstage kann man gar nicht oft genug feiern und im November kommen noch ein paar weitere auf uns zu. Der Blick über die Donau reicht nicht mehr so weit, wie an den letzten Sonntagen.

Am Montag führt mich ein Meeting in die Stadt in die Nähe der Minoritenkirche, der Ferstlpassage und zu einem Haus mit sehr vielen Rauchfängen.
Zum Abendessen kochen wir uns Koteletts auf georgische Art mit frischem Koriander. Nicht jeder mag ihn, ich liebe ihn.

“Anlässlich des 80. Jahrestages der Novemberpogrome gegen Juden 1938 wird in Wien auch mit einer Art Lichtinstallation an die Gräueltaten des Nazi-Regimes und der Bevölkerung erinnert. Dafür werden Namen von Opfern des Holocausts auf der Fassade des Uniqa-Towers am Donaukanal erscheinen.” Das liegt genau auf meinem Heimweg, aber angekommen am Kai sehe ich nichts. Schon denke ich, dass ich irgendwas falsch gelesen habe, aber dann, vom anderen Ufer aus kann man das unendliche Namensband deutlich erkennen.

Die ersten Leih-E-Scooter kugeln schon in der Stadt herum oder stehen im Weg. 
Für einen Mittagstermin habe ich im Supersense einen Tisch reserviert. Das Mittagsmenü ist immer vegetarisch und es gibt Grießsuppe sowie oberösterreichische Mehlknödel in Kürbisssoße. Es schmeckt besser als es klingt und aussieht! Das Lokal ist jedenfalls ausgesprochen hübsch.

Wenn wir am Freitag raufkommen ist es jetzt schon recht dunkel im Waldviertel. Wir machen noch eine Runde und kommen im Josefsthal vorbei. Im Buch “Nordwandern” von Christian Vajk ist gut beschrieben, wie es hier einmal war. Rund um eine Meierei gab es eine große Glashütte, Wohnhäuser und regen Verkehr ins benachbarte heutige Tschechien. Jetzt stehen nur noch Reste.

Das ehemalige Wohnhaus
Die Stallungen

Samstagsfrüh belegen wir ein paar Weckerln mit Schinken und Käse und fahren in den Kollmitzgraben. In Dobersberg machen wir am “Bäuerinnenladen” halt, einem vor einem Jahr eröffneten Geschäft mit Produkten von bäuerlichen Betrieben aus der unmittelbaren Gegend. Wir kaufen Joghurt, Demeter-Emmernudeln, Nüsse und Saumeisen.
Im Revier der ÖFG 1880 zeigt uns einer der Aufseher ein paar abgelegene Angelplätze, wo gerne auf Hecht und Wels gefischt wird, an ausgewählten Wochenenden auch in der Nacht. Es ist wunderschön hier an der Thaya.

Wir nutzen die Gelegenheit und spazieren vor dem Heimfahren noch den steilen Weg zur Ruine Kollmitz rauf. Außer uns besichtigt noch ein junges Paar die Burg. Die waghalsigen Kletterversuche des Mannes auf den alten Gemäuern werden von seiner Freundin ängstlich beobachtet und von uns mit dem Hinweis, dass unsere Erste-Hilfe-Ausbildung schon einige Jahre zurückliegt, kommentiert.

Zum Glück hat G. den letztes Wochenende im Kühlschrank vergessenen Zander gerettet, vakuumiert und in den Tiefkühler gelegt. Paniert und mit Erdäpfel-Vogerl-Salat ist er ein köstliches Abendessen.

Kein Blatt regt sich und ölig liegt der See vor mir. Die Farben der Blätter haben sich von Gelb-Orange in Beige-Braun verfärbt und statt stimmungsvollem Bodennebel liegt eine bleierne Hochnebeldecke über Litschau, bis sich zu Mittag die Sonne durchkämpft. Der Tennisplatz ist bereits winterfest gemacht, die Golfschläger habe ich verräumt und nichts deutet darauf hin, dass es bald schneit, damit ich Langlaufen kann. 

Nächste Woche gibts den nächsten Geburtstag zu feiern, die Radgruppe im Achten ruft zum Novembergruppentreffen und Steve Gander spielt im Rahmen des KlezMORE Festivals in der Kirche am Gaußplatz: http://klezmore-vienna.at. Am Wochenende dann das nächste Ganslessen in Leopoldsdorf!

Terrassenparty, Fliegenfischen und hoch hinauf in Linz

Kurz überlegen wir erst Montag in der Früh nach Wien zu fahren, aber dann fallen uns unsere Termine ein und wir fahren doch zur üblichen Zeit. In der Nußdorferstraße steht das Tor zum Schuberthaus offen. Da bleiben wir stehen und werfen einen Blick in den hübschen Innenhof.

Die zwei Arbeitstage vor dem Feiertag vergehen wie im Flug, nur wenn man in der Mittagspause auf die Straße geht, verschmurgelt man fast am Asphalt. Einige der neuen Wohnbauten im Nordbahnviertel sind recht ansprechend. Die Rosen im Volksgarten blühen noch immer und auf beiden Seiten des Theseustempels haben sich Musiker positioniert. Überraschenderweise hört man auf der einen Seite nichts von der Musik, die auf der anderen Seite gespielt wird! 
Hitzebedingt ist uns am Abend nach Fisch und Salat.

Am Dienstagabend sind wir beim Jüngeren zur Wohnungseinweihungsparty geladen. Es gibt vegetarische Häppchen, eine Quiche und L mixt eine köstliche Erdbeer-Gurken-Lillet-Bowle. Dazu vom Balkon ein Blick auf das Abendrot und später die Sterne. Ein superschöner Abend.

Am Feiertag fahren wir an die Pielach, eines der schönsten Fliegenfischgewässer Österreichs. Während Tom mit seinem Onkel an einer verwachsenen Stelle auf Forellenfang geht, zeigt mir E, Toms Vorstandskollege bei der ÖFG1880 und dortiger Bewirtschafter zwei Stunden lang an einem anderen, sehr offenen Abschnitt die besten Stellen. Und tatsächlich – ich fange drei Forellen! Nach dem Mittagessen haben sich die Forellen scheints in den Schatten und an kühlere Stellen zurückgezogen und interessieren sich nicht mehr für unsere Fliegen und Streamer. Auch den Fischen macht die lange Hitzeperiode und die Trockenheit zu schaffen und so lassen wir sie in Ruhe und fahren nach Hause. Bei einem Selbstpflückfeld bleiben wir stehen und nehmen uns ein paar Gladiolen für die Vase mit.

Wilde Minze?

Wieder in der Arbeit geht es gleich nach Linz – vorbei an einer beige-braunen, ausgetrockneten Landschaft. Nach der Besprechung ist noch Zeit für einen Besuch des Höhenrausches, einem eindrucksvollen Kunstobjekt mit tollem Blick über die Stadt.

Heroben treffen wir unsere Fischerfreunde im Gasthaus Uitz in Reingers und nach dem Essen hängen die Männer gleich ein paar Reusen aus, für das Essen bei uns am nächsten Abend. Der Jüngere ist auch heroben.
Während F und Tom am nächsten Tag die Krebse kochen und schälen, fahren der Jüngere und ich mit den Rädern an den See eine Runde schwimmen. Während die einen am Strand liegen, geht oben im Herrenseetheater das Festival “Hin und Weg” ins zweite Wochenende. Dann hängen wir eine Lichterkette über die Terrasse, Tom kocht einen Sud aus den Karkassen und gemeinsam genießen wir die Krebse auf Pasta und danach Steaks mit einem Ochsenherz-Paradeisersalat aus Onkels Garten.

Die Zwetschken sind fast reif
Jede Menge Weintrauben können wir heuer ernten.

 


Sonntagfrüh durchschwimmen wir nocheinmal den See – wer weiß, ob es heuer noch ein Badewochenende gibt. Vater und Sohn auch beim Baden gleich gewandet.

Die Woche über soll es weiter heiß bleiben und nächstes Wochenende heißt es Reingers weiträumig meiden, denn es ist Traktorrennen. Ich hoffe, sie fackeln mit dem heuer erstmals geplanten Feuerwerk bei der Trockenheit nicht den Wald ab …

 

Krumau an der Moldau, eine Bootsfahrt und der Blutmond

Brumm! Tock, tock, tock. Wufff, wufff, kläff, kläff! Montagfrüh startet mit einer besonders betriebsamen, ländlichen und doch auch lauten Geräuschkulisse. Der Nachbar startet um Punkt Acht den Rasenmähertraktor, auf der Baustelle beginnen die Arbeiten und das alles wird begleitet von lautem Hundegebell. Wir werden daher auch betriebsam und holen uns zwei Kilo Paradeiser vom Marktstand in Neu Bystrice, denn Tom will Tomatensoße einkochen.
Am Nachmittag kommt B, ein lieber Facebookfreund, auf eine Golfrunde vorbei. Beim Golfen zeigt ja angeblich jeder sein wahres Gesicht – es war sehr nett und angenehm!

Am nächsten Tag beschließen wir spontan einen Ausflug nach Krumau an der Moldau (oder auch Cesky Krumlov) zu machen. Hunderte Asiaten haben die selbe Idee – trotzdem finden wir noch einen Platz auf den schönsten Aussichtspunkten, schlendern durch die Gassen der Altstadt und erklimmen den Schlossturm. In einem hübschen Naturkosmetikladen kaufe ich mir eine Seife und eine Handcreme.

 

 

Das Navi führt uns am Rückweg mitten durch die ausgedehnte Seenplatte in Ceska Kanada. Viele Radfahrer sind unterwegs und schmale Alleen führen über die Dämme zwischen den Teichen. Traumhaft schön! Wieder zurück in Chlum fällt uns auf, dass der Teich dort nur wenig Wasser führt. Die Urlauber stehen mitten drinnen nur bis zu den Knöcheln im Wasser.

Am nächsten Tag gehen wir es wieder gemütlicher an und fahren Fischen und in den Wald. Die Monate Juli und August geben für Fotos oft nicht so viel her, denn alles ist grün in Grün. Doch heuer leuchten an jeder Ecke rot die Vogelbeeren und dort wo ein Stück Wiese neben den Feldern nicht gemäht wird, sieht man bunte Blumen und viele Schmetterlinge. Je nachdem in welche Richtung man blickt, ist der Himmel strahlend blau oder gewittrig schwarz. Die Tennisplätze hier heroben schlummern dem nächsten “Muster-Hype” entgegen.

Frisch erholt fahren wir am nächsten Tag in den Kollmitzgraben. Wir machen das Boot der ÖFG 1880 startklar und rudern ein Stück die Thaya hinauf. Von Zeit zu Zeit machen wir das Boot fest und werfen die Angeln aus. Ein traumhaftes Revier und eine wunderschöne Gegend! Ein Paar mit Hund paddelt mit seinem Kanu heran, um sich mit Tom kurz über die Angelmöglichkeiten auszutauschen. Nie kontrolliert er wen, obwohl er das dürfte! Wir lassen die beiden mit den besten Fischerwünschen weiterfahren. Dann kommt schon wieder ein Gewitter und wir rudern zurück.

Das Thayakrokodil.

Wieder zurück in Raabs kommen wir an einem Sonnenblumen- und einem Mohnfeld vorbei. Im Ort gönnen wir uns zum späten Mittagessen Beuschel und Kalbsgulasch.

Nach dem vortägigen Gewitter begrüßt uns der nächste Morgen mit dichtem Nebel. Aber als ich mich zum Salon Böhm aufmache, strahlt schon wieder die Sonne von einem blauen Himmel. Mit meiner Friseurin M bespreche ich aktuelles aus Litschau und Reingers und plaudere mit L, die auch gerade dort ist. Zwei kleine Mädchen lassen sich die Spitzen schneiden und auf die Frage, was die Mama der einen denn gerade macht, antwortet diese mit “Sie arbeitet im Haus”. Ob sie denn das Mittagessen für die Mädchen zubereitet, wird entschieden mit “Nein, sie arbeitet richtig!” beantwortet. Sie macht Homeoffice! Da müssen alle im Salon schmunzeln.
Am späteren Nachmittag schwimmen wir begleitet von Donnergrollen im See. 

Dann warte ich gespannt auf die Mondfinsternis und den Blutmond. Ich positioniere das Stativ auf der Terrasse, trage die Pölster für die Gartensessel nach draußen – und sehe nichts. Der Mond ist so wie in vielen Teilen des Waldviertels hinter Wolken versteckt. Ich meine den Mars zu sehen und versuche ein Bild. Naja. 
Einige Zeit später, nach einer Folge Mundl, will ich das Stativ reinholen … und auf einmal ist er da. 

Der Punkt ganz unten ist der Mars.

Der Präsident der ÖFG ist heroben und am nächsten Tag treffen wir ihn fischend am Teich. In der Früh hat er bereits zwei Karpfen geangelt, aber mit dem wärmer werdenden Wetter tut sich dann nicht mehr viel. Wir fachsimplen über Montagen, Köder und Ruten. Die alten Rollen gefallen mir sehr gut und Tom hat sogar eine davon geschenkt bekommen, aber leider lässt sie sich nicht auf links montieren, sonst hätte ich sie schon auf meine Angel geschraubt.
Wieder zurück nehmen wir ein spätes Frühstück ein. Auch Langöhrchen schaut auf einen Imbiss im hinteren Garten vorbei und diesmal bringt sie sogar ihr Junges mit. So süß – ich kann es kaum fassen.

Am Nachmittag durchqueren wir noch den Herrensee bevor wir den Garten gießen, der zur Zeit in Lila und Rosa erblüht. 
Zum Abendessen machen wir uns ein Huhn in Estragonsoße (dazu kommen auch Petersilie, Sauerampfer, Liebstöckel, Ruccola und Bohnenkraut). Die Leber braten wir extra und löffeln sie direkt aus der Pfanne als Vorspeise.
Das Blut aus dem Mond hat sich mittlerweile über den Himmel verteilt.

Da am nächsten Morgen der Himmel wolkenverhangen ist, fahren wir über die Grenze unsere Biervorräte wieder aufzufüllen. Eine Umleitung gleich in Nova Bystrice führt uns durch eine idyllische Hügellandschaft, die mit den Wäldern, Weiden und Alleen fast schon englisch anmutet – und wir kommen durch malerische Ortschaften. Mehr darüber dann im nächsten Beitrag!
Ich hoffe, ihr verbringt auch angenehme Sommertage und freue mich über eure Nachricht.

Tatort, Hoheneich und Pfingsten

Sonntagnachmittag schauen wir beim Runterfahren noch alle gemeinsam in der Waldglashütte in Nagelberg vorbei. Muttertagsgeschenke und Noppengläser werden gekauft und Tom und ich können einer wunderschönen Vase in sattem Smaragdgrün nicht widerstehen. Perfekt für den Wiesenblumenstrauß, den ich vor der Abfahrt von den Kindern geschenkt bekommen habe. In Maissau bleiben wir kurz beim Weinbau Humer stehen, um unsere Weißweinvorräte wieder aufzufüllen. An den Reben hängen schon die heurigen Trauben.
Im Abendverkehr staut es sich etwas auf der Nordbrücke und so kann ich endlich ein Foto der Donau machen. Sogar mit Schiff!
Aus dem restlichen Geselchten vom Fleischhauer aus dem Ort machen wir uns überbackene Schinkenfleckerl. 

Das Wetter wird unter der Woche unbeständig und das trifft sich leider schlecht mit den sich überschneidenden Veranstaltungen von Burgenland und Waldviertel. Mit M treffe ich mich Am Hof bei Wind, dunklen Wolken und Uhudler. Am nächsten Tag radle ich mit Tom nach der Arbeit am Rathausplatz vorbei. Dort – so scheint mir – sind am zweiten Tag des Waldviertelfestes heuer mehr Standeln und dafür etwas weniger Besucher als in den letzten Jahren. Wahrscheinlich dem kühlen Wetter geschuldet.

Kochvorführung mit Karpfen und Auftritt von Frau Hofbauer aus Kleinpertholz

Beim Nachhausekommen radeln wir in unserer Gasse durch die Dreharbeiten für den nächsten Wien-Tatort. Der Würstelstand ist leider seit Jahren nicht mehr in Betrieb und war zuletzt ein gutgemeinter, aber nicht lange überlebender Paninistand. Für Harry und Adele gibt es eigene Stühle und Herr Krassnitzer setzt sich in einer Pause brav auf den seinen.

 

Oben im Waldviertel blüht es in allen Farben auf den Feldern, den Wiesen und in unserem Garten. Über den Dächern von Litschau steht ein sichelförmiger Mond.

Flockenblume

Samstagfrüh herrscht dichter Nebel. Wir beschließen, die Gartenarbeit auf später zu verschieben und fahren nach Hoheneich bei Schrems. Von der Bundesstraße biegen wir zur Anderlfabrik ab, einer aufgelassenen Textilfabrik – seit Jahrzehnten im Dornröschenschlaf. In der vorbeifließenden Braunau hat Tom vor ein paar Jahren prächtige Forellen geangelt. 
Am Hauptplatz von Hoheneich gibt es das kleine Geschäft Rudis Käs’eck & Vinothek. Sein Ruf eilt ihm weit voraus. Es gibt allerlei Käse, Weine von Winzern aus der Region (wie z.B. aus dem Kamptal), ausgewählte Single Malt Whiskeys und daneben allerlei Greißlerwaren, vom Klopapier über Obst und Gemüse bis hin zum Mineralwasser. Mit zwei Rohmilchkäsen aus Frankreich und anderen Köstlichkeiten fahren wir wieder zurück.

Herrensee

Die Braunau

Nach dem Frühstück, begleitet von der Hochzeit von Meghan und Harry, und etwas Gartenarbeit schauen wir an die Teiche in Reingers. Der Wasserstand ist nach den Regenfällen der letzten Tage halbwegs gut und der Wald atmet sichtbar auf. Am Ufer blühen die Teichlilien. Kaum bin ich von meiner Runde um den Mühlteich zurück, donnert es und die nächsten Gewitter sind im Anmarsch.
Zum Abendessen kochen wir Hechtnockerln, braten Wedges im Rohr und dazu gibt es den köstlichen Brennnesselspinat. Brennnesseln haben wir reichlich.

Der Pfingstsonntag startet mit prächtigem Wetter gleich von der Früh weg. Wir spielen ein paar Löcher bevor alle Anderen auf den Platz kommen.

Für den Abend haben wir mit Family und Freunden einen Besuch im Waldhotel Perslak geplant. Vom Rottal aus führt ein kurzer Wanderweg durch den Wald und über die Grenze und für den Heimweg heißt es Taschenlampe nicht vergessen! Ich werde berichten.
Nächste Woche ist Hauptversammlung der ÖFG1880 und am Wochenende starten wir mit der Produktion des Hollunderessigs 2018!

 

Donaukanal, Kirschblüte und Thayaradweg

Wieder zurück in Wien besorgen wir uns kurzentschlossen Tickets für das Bob Dylan-Konzert am nächsten Tag in der Stadthalle. Das Kartenbüro ist gleich neben der Oper, wo sich schon einige Zuschauer vor der Vidiwall für eine Opernübertragung versammelt haben.
In unserer Gasse blühen die Zierkirschen. 

 

Die Magnolie am Weg in die Arbeit ist schon fast verblüht, aber noch immer ein schöner Anblick. Gleich danach ist ein farbenprächtiges Tulpenbeet gepflanzt.

Die Besucher strömen Richtung Stadthalle und bei der Eingangskontrolle wird meine Kamera mit dem Hinweis “keine Fotos” gerade noch toleriert. Strenge Aufseherinnen in den Rängen ahnden jeden Griff zum Handy oder zur Kamera mit einer barschen Aufforderung das tunlichst zu unterlassen. Trotzdem schaffe ich ein paar Aufnahmen und bekomme dann noch ein paar Bilder von C + K, die auch das Konzert besuchen. Die Band spielt wunderbar, Bob singt kleine Parts richtig schön – ein toller Abend, den wir bei einem Bier im Brickmakers ausklingen lassen.

Am nächsten Tag feiert L., meine liebe und kluge Stiefschwester, gleich bei uns um die Ecke im Kommod ihre Promotion. Das Wetter ist warm, wir stehen mit unseren Gläsern vor dem Lokal und beobachten das Treiben im Achten.

Ganz Wien ist in frisches Grün getaucht und in den Parks blühen die Blumen. Davon inspiriert kochen wir grünen Spargel.

Auf der Freyung beschützt eine große Polizeieinheit eine kleine Naziveranstaltung, die aber zum Glück eh niemanden interessiert.

Auch in unserem Innenhof blüht es und die Amselmännchen holen sich einen Wurm nach dem anderen aus der Wiese.
Wir braten Steaks auf Chicorée mit Walnüssen und Gorgonzola.

 

Nach dem langen Winter sind wir wieder mit dem Rad unterwegs und dadurch vergrößert sich der Radius unseres Heimwegs. Entlang des Donaukanals sitzen Gruppen, Pärchen und Angler am Ufer, frequentieren die Strandbar Herrmann, das Café bei der Urania oder spielen Fußball im Käfig über dem Badeschiff. Es scheint, der Sommer ist schon in der Stadt.
Im kleinen Obst- und Gemüsegeschäft beim Büro kann ich den frischen Morcheln nicht widerstehen.

Heroben im Waldviertel ist die weiße (und ein bisschen blaue und pinke) Zeit im Garten angebrochen. Prächtig blühen die Kirschbäume und eine Narzisse hält ihren Kopf der Sonne entgegen. Wir werfen das erste mal den Rasenmäher an, schneiden die dürren Zweige einer Wildrose zurück und tragen Sesseln und Tisch auf die neue Terrasse.

Nach dem Abendessen sitzen wir noch bei einem Glas Wein unter einem sichelförmigen Mond auf unserer neuen Terrasse. Zwar in Pullovern, aber immerhin! Die Zweige des Kirschbaums sind zum Greifen nah. In der Ferne knattern die Mopeds – es ist wirklich Zeit für die E-Mobilitäts-Trendwende.

Meine Ma hat dazu auch ein Gedicht geschrieben:
“modern times”
es ist
alles anders
einst
wenn die nacht kam
war es still
und es lachten
die kerzen

alles wandelt
ein jeder weiß es
aber nun ist die
finsternis helle
und die motoren
heulen lieder
vom sterben
so laut
so unheimlich laut
ist die seele
der welt
geworden

Samstagsfrüh machen wir die üblichen Besorgungen: Zeitung aus der Trafik, Bäcker, Lagerhaus. Am Bahnhof der Schmalspurbahn wächst der Klee zwischen den Schienen.

Nach dem Frühstück laden wir die Räder ins Auto und fahren nach Waidhofen an einen der Einstiege in den Thayaradweg. Wir fahren Richtung Dobersberg durch eine wunderschön frühlingshafte Landschaft. Es ist allerdings ungewöhnlich warm für April, unsere Flaschen sind bald leergetrunken und man würde sich über ein paar Trinkwasserstationen entlang der Strecke freuen. Im Taxenbach tummeln sich die Aiteln und um einen kleinen Karpfenteich hat sich eine Gruppe Angler dicht gedrängt mit Ruten, die fast länger als der Teich sind, versammelt. Das ist Fischen, wie ich es mir nicht vorstelle. Wieder zurück machen wir noch einen Abstecher zum Gasthaus Streicher und stürzen Sodazitron und gespritzen Traubensaft in Nullkommanix hinunter.

Vestenötting

Sumpfdotterblumen am Ufer

Am Abend setzen wir unser Bauernschnapsturnier fort. G + ich erwischen ein ganz schlechtes Blatt und den Stand kann ich kaum wiedergeben. 0:5 in Bummerln. Dafür waren das Essen und der Wein fein, und Tom hat kurz zur Gitarre gegriffen.

Aufgrund von Reparaturarbeiten an der Ortswasserleitung ist der Herrensee ein Stück abgesenkt, was fischtechnisch wahrscheinlich nicht gerade optimal ist. Im Wald blühen die Buschwindröschen und auch die Pferde auf der Koppel in Hörmanns freuen sich über den schönen Tag. Noch vor dem Frühstück gehen wir eine halbe Golfrunde. Ich erwische einen tollen Start und gewinne haushoch!

Nächste Woche wollen wir endlich den Tisch für die Terrasse besorgen, mit den Kindern treffen wir uns zum Essen und dann ist langes Wochenende!