Werbegala, SC Litschau und jede Menge Walnüsse.

Mit einem netten Mittagessen im Ullmanns mit Tante L. beginne ich die neue Arbeitswoche. Am Abend braten wir uns zwei Saiblinge und mit der Bäckerei Gragger zieht nun auch im Achten einer der modernen Biobrotproduzenten ein.

Die Bäume im Volksgarten sind wunderschön verfärbt. Am Heimweg möchte ich den Sonnenuntergang über dem Donaukanal einfangen, aber leider geht die Sonne seitlich hinter den Häusern unter und nicht malerisch über dem Wasser.

Am Donnerstag feiert sich die digitale Werbeszene im Marx Palast. Kaum jemand beachtet die von Andi Knoll moderierte Preisverleihung. Nach einem nichtsdestotrotz unterhaltsamen Abend mache ich mich auf den weiten Heimweg. Auch ein müder Uber Eats-Fahrer nutzt dafür gerne die U-Bahn.

Heroben leuchtet der Wald golden. 

Litschau
Langfurter Teich

Blick auf den Campingplatz in Reingers

Der Wecker läutet am nächsten Morgen um 6:30. Diesmal habe ich beschlossen, gemeinsam mit Tom aufzustehen, wenn die Teiche in Schlag und Reitzenschlag abgefischt und Karpfen sowie Zander auf die Reise an die Alte Donau geschickt werden. Schon eine besondere Stimmung, so zeitig in der Früh. An den Schuh-Teichen hilft wieder die ganze Familie beim Abfischen mit. Der Fahrer erzählt den Umstehenden wie es ist, wenn die Karpfen von den moorigen Waldviertler Teichen in das klare Wasser der Alten Donau kommen – ein richtiges “Aha-Erlebnis”. 

Schläger Wehr

Zander

Rotkappen

Am Nachmittag schauen wir auf den Fußballplatz zum Schlager SC Litschau gegen Pfaffenschlag. Die beiden Vereine sind punktgleich an der Spitze der Liga, aber als wir 15 Minuten nach Spielbeginn ankommen, steht es schon 0:3 (Endstand 1:4). Wir schauen in der Halbzeitpause noch kurz dem vielversprechenden Nachwuchs zu, aber dann müssen wir auch schon wieder heim, denn am Abend kommen M + S aus der Saass. Vor lauter Plaudern fotografiere ich weder die Fischbrötchen, noch das Saltimbocca, noch den Apfelkuchen. Ein sehr netter Abend!

Am nächsten Vormittag verweht uns am Teich der Wind. Von C + K bekommen wir einen Sack Walnüsse – sie haben heuer unglaubliche Mengen geerntet! Nachbars Katze blickt weiterhin grantig drein.

Nächste Woche fahre ich in den Westen und am Samstag ist Fischbesatz am Mühlteich!

Die Chefin, E-Scooter und am Richterteich

Kulinarisch starten wir in die neue Woche. Wir treffen Schwager und Schwägerin im Fratelli, einem italienischen Lokal in der Rotenturmstraße. Toms Bruder erzählt unterhaltsam wie immer Geschichten aus seiner Zeit bei der Wiener Feuerwehr, seine Frau schildert wie schwer es ist, Mitarbeiterinnen für ihren Friseursalon im Süden Wiens zu finden. Steinpilzsuppe, Garnelen, Vitello Tonnato und Pizza sind gut, das Schokomousse kann ich besser. Ein sehr netter Abend!

Am nächsten Abend fahren wir mit den Rädern nach dem Büro durch die Stadt und die Abendsonne beleuchtet die bekannten Sehenswürdigkeiten. Am Heldenplatz treffen wir auf eine fröhlich wirkende neu nominierte Parteivorsitzende.

Am nächsten Tag mache ich am Weg ins Büro einen kurzen Abstecher in den Volksgarten. Herbstliche Alleen treffen auf die der kommenden kälteren Jahreszeit trotzende Rosen. 
Zumittag bestelle ich mir bei einem Termin im Supersense auf der Praterstraße eine Quiche und am Abend gibt es eines meiner Lieblingsessen: Pasta mit Thunfisch.

 

Diese Woche werden die neuen E-Scooter-Klon-Flotten in Wien verteilt. Noch stehen sie in Reih und Glied, nur vereinzelt sieht man Leute damit herumfahren. Auf der Praterstraße saust ein älterer Herr mit seiner Frau im Gefolge recht flott über die Kreuzung. Dass die E-Scooter über Nacht mit LKWs wieder eingesammelt und aufgeladen werden, verhindert vielleicht, dass sie wie die Leihräder bald überall herumkugeln, aber umweltfreundlich ist das Konzept dann nicht mehr unbedingt.
Wir schauen im neuen Manufactum-Shop am Hof vorbei. Bobo’s Paradise mit Sachen, die man nicht unbedingt braucht, aber die doch sehr hübsch sind. Eine ganze Abteilung ist Garten-und Haushaltsgeräten gewidmet, damit man auch für die Arbeit neben der beruflichen bestens ausgerüstet ist.

Wieder heroben im Waldviertel hat der Frost die Blätter der Hortensien schockgefrostet. Auch die Steinpilze sind verschwunden, wenn auch der Wald voller sonstiger Pilze in allen Formen und Farben ist.
Die Abendsonne wirft ein malerisches Licht über Litschau. Zum Abendessen treffen wir Mama und H. im Gasthaus Kaufmann. Der Mond ist riesengroß.

In der Früh holen wir Weckerln beim Bäcker, entdecken ein Jalousiengeschäft ähnlich dem in Thaya und schauen beim Abfischen am Richterteich vorbei, der idyllisch im Wald liegt und über den schönen Wanderweg durch den Dachsengraben erreichbar ist.

Am Ufer

Dann muss ich mich schon zurückbeeilen, denn ich habe einen Termin beim Friseur Böhm. Tom besucht in der Zwischenzeit den Fischmarkt in Heidenreichstein und schaut dann in Aalfang bei der Imkerin Bettina Macho vorbei, die wunderbaren Bio-Honig produziert.

Nach einem Imbiss spielen wir eine Partie Tennis. Am Herrensee findet gerade eine gutbesuchte Laufveranstaltung statt und neben den Anfeuerungsrufen der Zuschauer und den Kommentaren des Sprechers weht es den Duft nach altem Frittierfett und Bierzelt-Gedudel zum Platz herauf.
Im Garten lasse ich vertrocknete, aber hübsche Blütenstände stehen.
Zum Abendessen braten wir uns ein Welsfilet vom Fischmarkt und dazu gibt es Linsen mit Staudensellerie.

 

Sonntagsfrüh fahren wir gleich in den Wald und holen Moos für das Igelhotel. Es hat frische 6 °C. Nachdem ich mir gestern Abend das perfekte Service auf YouTube angesehen habe, möchte ich aber trotzdem wieder auf den Tennisplatz. Die ersten Bälle gehen ins Netz oder ins Out, aber mit der Zeit wird es immer besser.
Wieder zuhause nehme ich eine heiße Dusche und dann lassen wir uns das Sonntagsfrühstück schmecken. 

Nächste Woche fliege ich für einen Tag nach London und am kommenden Wochenende werden die Fische für den Besatz in Kollmitzgraben abgefischt.

Kürbis, Kabarett und Fliegenpilze.

Auf einem Feld bei Horn werden Kürbisse geerntet. Wie mir kundige Leute erklären, werden die Kürbisse aufgespießt, geschreddert und die Kerne in einer Trommel ausgesiebt. Der Rest kommt wieder aufs Feld zurück – das Fruchtfleisch von Ölkürbissen sei nicht so schmackhaft.

In Wien besuche ich zum ersten mal ein Business Frühstück von https://frauimfokus.at/home/. Als Gast ist Martha Schulz eingeladen, die gemeinsam mit ihrem Bruder ein großes Imperium mit Seilbahnen und Hotels aufgebaut hat. 
Wieder zurück im Büro weht es plötzlich beißenden Rauch durch die Räume – unten auf der Straße ist ein Baustellencontainer in Brand geraten und die Feuerwehr hat einiges zu tun, bis das Feuer gelöscht ist.
Im kleinen Beet in der Begegnungszone Lange Gasse hat es zu blühen begonnen.

Am Abend treffen wir Papa, M. und Geschwister in Hausmair’s Gastwirtschaft. Unter einem riesigen Wildschwein lassen wir uns Schnecken, Wild, Backhendel und Kaiserschmarren schmecken.

Nach der Arbeit radeln wir ein Stück am Donaukanal entlang und über den Rathausplatz nach Hause, wo der Zirkus sein Zelt aufgeschlagen hat.

Angler, Schiff und Kaimauer in Bunt.

 

Ein Geschäftstermin führt mich nach Favoriten, mit der U-Bahn bin ich in Nullkommanix dort und weil ich noch etwas Zeit habe, setze ich mich auf eine Bank auf den Columbusplatz. Dort herrscht fast schon südländisches Piazzaflair!

Donnerstagabend haben wir Karten für die Gebrüder Moped im Rabenhof. Die Kinder kommen mit und sind genauso gespannt wie wir auf das was uns erwartet. Es wird ein super Abend. Die Kabarettisten singen, sie rappen, sie tanzen und stellen die Frage, wie man 7,5 Mrd. Menschen zu echten Österreichern (die -Innen sind mitgemeint) machen kann.

Im Waldviertel hat sich ein Heer von Fliegenpilzen ausgebreitet. Überall leuchtet es rot auf den moosigen Böden.

Am nächsten Morgen wird am Schönauer Teich abgefischt. Jetzt ist wirklich Herbst.

In Reingers haben sie aus dem halben Freizeitzentrum eine steinerne Mondlandschaft gemacht – einen Pumptrack. Schade um den idyllischen Badeplatz am Teich und ich frage mich, ob man dafür nicht einen anderen Platz finden hätte können. 
Auch dort ist der Wald voller Fliegenpilze und wir finden sogar einen grünen Knollenblätterpilz.

Am Straßenrand blüht es weiß und blau.

Am Abend kommen R + A. Es gibt Steinpilzcrostini, Schweinsbraten und noch einmal eine Apfeltarte mit den Äpfeln aus dem Garten.

In der Nacht fängt es leicht zu regnen an. Wir packen Gummistiefel, Angeln und Regenjacken ins Auto und fahren an die Teiche. Ich lasse Tom aber bald allein und gehe spazieren. Hinter dem Campingplatz wächst der Hanf, auf einem Platz mit Schutt und Granitsteinen blühen unzählige gelbe Blumen und im Wald finde ich Birkenpilze, Rotkappen und einen Parasol.

Nächste Woche soll es stürmisch werden, wir treffen Schwager und Schwägerin und am Wochenende wird weiter abgefischt.

Stadtpark, Herrensee und Apfelkuchen

Am Sonntag fahren wir wieder einmal über Langenlois nach Wien. Obwohl schon vielerorts gelesen wurde, hängen hier noch reichlich blaue und weiße Trauben an den Stöcken.
Daheim gibt es ein einfaches Abendessen mit spanischer Chorizo. Das mit “extrascharf” hab ich beim Kaufen blöderweise überlesen.

Im Sechsten gibt es ein Vintagegeschäft mit schönen Möbeln und wunderschönen Spiegeln aus alten Fabriksfenstern. Eine freie Wand hätten wir noch, aber wer kann das tonnenschwere Teil tragen?
Gleich um die Ecke klettern Leute auf den Flakturm. Schon beim Raufschauen wird mir schwindlig. Leider hat das Lokal mit der Aussichtsterrasse schon zu. Wir wollen uns schon auf den Heimweg machen, da sprechen mich zwei ebenfalls Wochenendlitschauer an. Nett!
Durch das nützliche, aber hässliche Taubennetz leuchtet das Abendrot, während Tom Curryfleischlaberln brät.

Die Bäume in Wien beginnen sich schon zu verfärben und am Radweg muss man den heruntergefallenen Kastanien ausweichen. Während ich auf die angekündigte E-Scooter-Flotte als neues Motiv warte, fotografiere ich in der Zwischenzeit leere Radständer (die Uni beginnt erst wieder im Oktober).
Die neuen Bürogebäude im Zweiten erinnern an Burgen. Vor welchem Feind suchen die Unternehmen hier Schutz?

 
Mit M. treffe ich mich nach der Arbeit auf ein Bier. Am Weg zum Treffpunkt komme ich durch den Stadtpark – jede Menge Menschen auf den Wegen, Bänken und Wiesen. Mit den Blumenrabatten haben sich heuer die Wiener Stadtgärten selbst übertroffen.

Die ganze Woche schon werden immense Schwammerlfunde gepostet, daher können wir es kaum erwarten, wieder raufzukommen. Die Einkäufe sind rasch verstaut und schon sind wir im Wald. Wir stellen das Auto am Waldrand ab und hätten schon fast den ersten Steinpilz überfahren! Es ist wirklich unglaublich – die Pilze sprießen überall aus dem Waldboden, so wie es schon seit vielen Jahren nicht mehr war.
Daheim frieren wir den größten Teil ein und heben den Rest für den nächsten Tag auf. Zum Abendessen braten wir uns zwei Hühnerkeulen mit viel Estragon aus dem Garten.

Suchbild

Am Samstag beschließen wir eine Schwammerlpause einzulegen und schauen stattdessen Richtung Sonnenhof, wo der jährliche Irondog-Bewerb stattfindet. Mensch und Hund laufen, radeln und schwimmen mit einer Leine miteinander verbunden um die Wette. Wir wissen nicht genau, wo es für Zuseher etwas zu sehen gibt und bevor wir nur im Weg herumstehen, ziehen wir wieder ab. Dafür kommen wir an einem alten Haarstubenhäuschen vorbei und vor einer Scheune hängen schwer rote Äpfel an einem Baum.

Während Tom nach Reingers fährt, spaziere im um den Herrensee. Im Strandbad lauscht eine Pensionistengruppe ihrem Reiseführer, ein paar Meter weiter wird geheiratet. Der Weg ist über und über mit Eicheln übersät und ganz hinten, da wo der Reißbach in den Teich mündet, wächst der See schön langsam zu. 

Im Garten duften die Zierquitten, wir ernten jede Menge Äpfel und rechen das  erste Herbstlaub. Weil Tom noch nicht zurück ist, starte ich den Rasenmäher und fahre einmal den Garten ab. Später schichten wir Apfelspalten auf einen dünn mit Marmelade bestrichenen Mürbteigboden und streuen eine Zimt-Birkenzucker-Mischung drüber. Herrlich! Zum Abendessen gibt es gebackene Steinpilze mit Schnittlauchsoße. Mhmmm.

Am nächsten Tag beenden wir unsere selbstauferlegte Zurückhaltung wieder und schauen in den Wald. Übers Wochenende waren merklich mehr Schwammerlsucher unterwegs, aber noch immer findet man genug makellose Steinpilze. Die Sonne scheint, es ist angenehm mild, daher spielen wir vor dem Frühstück noch eine Stunde Tennis. Chance habe ich keine, aber mir gelingen die Schläge und auch das Service immer besser. 

Die kommende Woche ist voller Termine, ein Familientreffen ist geplant und am Wochenende findet bereits das erste Abfischfest am Schönauer Teich statt. Hoffentlich wird es für die Fische nicht zu warm.

 

Regenguss, Radklavier und der Beginn der zweiten Pilzwelle.

Da der Holler nun so richtig reif ist, kochen wir noch einmal Marmelade ein. Diesmal passieren wir sie durch die Flotte Lotte und das Ergebnis ist durchaus zufriedenstellend: feiner Geschmack und keine Häute!

Die Arbeitswoche beginnt mit einem heftigen Regenguss. Nach der Arbeit wollen wir uns in der Stadt treffen, da beginnt es wie aus Kübeln zu Schütten. Während Tom im Bulthaup Shop am Opernring gemeinsam mit einem zweiten Radfahrer und einer Fußgängerin Unterschlupf findet, wo ihnen ein netter Herr sogar Handtücher reicht, werde ich komplett nass. Das Wasser rinnt mir bis in die Stiefel und zuhause ist der Radhof komplett überflutet.

Am nächsten Tag lasse ich das Rad stehen und so wandern wir nach der Arbeit vom Praterstern zu Fuß nach Hause. Im Supersense auf der Praterstraße trinken wir einen kleinen Kaffee und ich finde schon das erste Weihnachtsgeschenk. 

Ein Stück weiter entdecke ich ein letztes Obike, wir biegen von der Praterstraße ab und kommen durch die Tempelgasse zum Donaukanal. Dort sitzen drei Männer auf der Bank und nehmen einen Imbiss ein, nachdem das ja jetzt in der U-Bahn verboten ist. Eh gemütlicher so!

Am Heldenplatz spielt jemand wunderschöne Musik auf einem Fahrradanhängerklavier. Später erfahre ich, dass es sich um den Künstler Davide Martello handelt, der es schon zu einer gewissen Youtube-Bekanntheit gebracht hat: https://www.facebook.com/pg/klavierkunst/about/?ref=page_internal

Dann sind wir von R + A zur Einweihungsfeier des neuen Büros von RAM congress+event eingeladen, von wo man einen schönen Ausblick über die Mariahilfer Straße hat.

Am Donnerstag treffe ich meine Geschwister in der Via Toledo. Wir haben es so lustig, dass ich sogar vergesse, meine Pizza zu fotografieren. Da müssen halt L + G für ein Foto herhalten.

Wieder heroben scheint die Sonne durch die Apfelbäume. Wir mähen den Rasen, der nach den Regenfällen wieder etwas grüner ist. Die Fetthenne blüht in intensivem Pink.

Über Nacht regnet es leicht und am nächsten Morgen schickt die Sonne ihre Strahlen durch den feuchten Wald. Und was das Beste ist: die Schwammerln wachsen wieder!

 

An den Teichen hat sich ein Reiherpärchen niedergelassen.

Die Steinpilze können wir gut gebrauchen, denn C + K kommen zum Essen zu uns. Wir braten Pilze mit Erdäpfeln und Salbei zu wunderbar zarten Steaks und als Nachspeise backe ich eine gestürzte Feigentarte. 

Nach einer Runde Tennis am Samstag Nachmittag gehen wir auch Sonntagfrüh auf den Platz. Langsam gelingen mir schon ein paar gute Schläge und der ein oder andere Punkt. 

Da es noch längere Zeit schön bleiben soll, kann ich meine Technik heuer hoffentlich noch etwas verbessern. Und einen Karpfen möchte ich nächstes Wochenende auch wieder mal fangen.

 

Hitzeende, Tennis und eine absurde Veranstaltung

Bei der Heimfahrt am Sonntag machen wir einen Abstecher nach Groß Siegharts wo eine Ballon-WM stattfindet. Wir finden jede Menge Schilder zum Wettbewerb, zu den Parkplätzen und zur Ausfahrt Richtung Horn und Wien, jedoch keine Ballone. Schade!
Wien ist weiter unter einer Glocke aus Hitze und abgestandener Luft gefangen. Ein Tag ist heiß wie der andere und auch die Nächte sind weiter viel zu warm. In der Stadt sind jede Menge Touristen unterwegs.
In der neuen Begegnungszone Lange Gasse haben sie leider nur ein sehr kleines Fleckerl Grün geschaffen – das wird auch nicht helfen, das Klima in der Stadt zu kühlen.  

Auf der Büroterrasse sprießen zaghaft ein paar Gräser zwischen den Steinplatten hervor und trotzen Hitze und Trockenheit.
Heroben dann hat es deutlich abgekühlt und etwas geregnet. Aber statt frischer Luft weht Dieselgestank durch Litschau. Im zehn Kilometer entfernten Reingers findet das jährliche Traktorrennen statt und -zig alte, aufgemotzte Rennmaschinen blasen ungefiltert ihre Abgase in die Luft. Eine anachronistische Veranstaltung in der heutigen Zeit. Wir schließen Fenster und Türen und kochen ein Schweinsgulasch.

Im Garten blühen die Fetthennen und in der Ferne leuchtet ein abgeerntetes Buchweizenfeld in kräftigem Rot.

Aus der Rubrik: “Was wurde eigentlich aus …?” Heute: Jimmy Connors und Chris Evert.
Sie haben scheint’s ihre Schläger aus dem Schrank geholt und ihre Tenniskarriere am Platz 2 der Gemeinde Litschau wieder aufgenommen! Die ausgeblichene Rangliste im zersprungenen Schaukasten hat schon bessere Zeiten gesehen, aber der Platz ist ganz in Ordnung und vielleicht ist das der Beginn eines großen Tennis-Revivals? Nur meine alten Schuhe erleben das leider nicht mehr mit – sie haben eindeutig das zeitliche gesegnet.

Normalerweise machen wir an diesem Wochenende einen großen Bogen um Reingers, aber Tom möchte nachsehen, ob eh noch kein Traktor in den Teichen gelandet ist. Dort ist es unglaublich laut, über dem Gelände kreist ein Hubschrauber und eine graue Abgaswolke hängt über dem Ort. Sogar den Enten am Teich ist das Spektakel nicht geheuer, denn sie drehen gleich wieder um. Im Wald hängen Dieselschwaden.

 

 

Am Abend sind wir bei T + W eingeladen und wie jedes Jahr im Sommer legt W große Riesengarnelen auf den Grill. So köstlich!

In der Nacht hat es weitergeregnet, aber in der Früh kommt schon wieder die Sonne raus. Wir spielen eine weitere Tennispartie. Beim Frühstück bemerken wir Bewegung im Garten und diesmal haben wir Besuch von gleich vier Rehen! Langöhrchen und ihre beiden Jungen spazieren zu ihrem Lieblingsplatz hinten beim Kompost und naschen den Giersch (?) bei den Hecken, während eines draußen auf dem Feld unauffällig Schmiere steht.

Bald fahren wir nach Wien, denn nach der Abkühlung heißt es Wohnung durchlüften! Am Mittwoch fliege ich nach Hamburg und hoffentlich kommen bis zum nächsten Wochenende meine neuen Tennisschuhe.

Terrassenparty, Fliegenfischen und hoch hinauf in Linz

Kurz überlegen wir erst Montag in der Früh nach Wien zu fahren, aber dann fallen uns unsere Termine ein und wir fahren doch zur üblichen Zeit. In der Nußdorferstraße steht das Tor zum Schuberthaus offen. Da bleiben wir stehen und werfen einen Blick in den hübschen Innenhof.

Die zwei Arbeitstage vor dem Feiertag vergehen wie im Flug, nur wenn man in der Mittagspause auf die Straße geht, verschmurgelt man fast am Asphalt. Einige der neuen Wohnbauten im Nordbahnviertel sind recht ansprechend. Die Rosen im Volksgarten blühen noch immer und auf beiden Seiten des Theseustempels haben sich Musiker positioniert. Überraschenderweise hört man auf der einen Seite nichts von der Musik, die auf der anderen Seite gespielt wird! 
Hitzebedingt ist uns am Abend nach Fisch und Salat.

Am Dienstagabend sind wir beim Jüngeren zur Wohnungseinweihungsparty geladen. Es gibt vegetarische Häppchen, eine Quiche und L mixt eine köstliche Erdbeer-Gurken-Lillet-Bowle. Dazu vom Balkon ein Blick auf das Abendrot und später die Sterne. Ein superschöner Abend.

Am Feiertag fahren wir an die Pielach, eines der schönsten Fliegenfischgewässer Österreichs. Während Tom mit seinem Onkel an einer verwachsenen Stelle auf Forellenfang geht, zeigt mir E, Toms Vorstandskollege bei der ÖFG1880 und dortiger Bewirtschafter zwei Stunden lang an einem anderen, sehr offenen Abschnitt die besten Stellen. Und tatsächlich – ich fange drei Forellen! Nach dem Mittagessen haben sich die Forellen scheints in den Schatten und an kühlere Stellen zurückgezogen und interessieren sich nicht mehr für unsere Fliegen und Streamer. Auch den Fischen macht die lange Hitzeperiode und die Trockenheit zu schaffen und so lassen wir sie in Ruhe und fahren nach Hause. Bei einem Selbstpflückfeld bleiben wir stehen und nehmen uns ein paar Gladiolen für die Vase mit.

Wilde Minze?

Wieder in der Arbeit geht es gleich nach Linz – vorbei an einer beige-braunen, ausgetrockneten Landschaft. Nach der Besprechung ist noch Zeit für einen Besuch des Höhenrausches, einem eindrucksvollen Kunstobjekt mit tollem Blick über die Stadt.

Heroben treffen wir unsere Fischerfreunde im Gasthaus Uitz in Reingers und nach dem Essen hängen die Männer gleich ein paar Reusen aus, für das Essen bei uns am nächsten Abend. Der Jüngere ist auch heroben.
Während F und Tom am nächsten Tag die Krebse kochen und schälen, fahren der Jüngere und ich mit den Rädern an den See eine Runde schwimmen. Während die einen am Strand liegen, geht oben im Herrenseetheater das Festival “Hin und Weg” ins zweite Wochenende. Dann hängen wir eine Lichterkette über die Terrasse, Tom kocht einen Sud aus den Karkassen und gemeinsam genießen wir die Krebse auf Pasta und danach Steaks mit einem Ochsenherz-Paradeisersalat aus Onkels Garten.

Die Zwetschken sind fast reif
Jede Menge Weintrauben können wir heuer ernten.

 


Sonntagfrüh durchschwimmen wir nocheinmal den See – wer weiß, ob es heuer noch ein Badewochenende gibt. Vater und Sohn auch beim Baden gleich gewandet.

Die Woche über soll es weiter heiß bleiben und nächstes Wochenende heißt es Reingers weiträumig meiden, denn es ist Traktorrennen. Ich hoffe, sie fackeln mit dem heuer erstmals geplanten Feuerwerk bei der Trockenheit nicht den Wald ab …

 

Bergwerk, Schloss und Urlaubsfreuden

Eigentlich bin ich ja gegen eine generelle Sonntagsöffnung. Andererseits finde ich es natürlich angenehm, dass auch hier heroben die Konditorei im Ort am Sonntag frisches Gebäck verkauft. Und im Urlaub ist es auch praktisch, dass die Supermärkte in Tschechien offen haben und wir so spontan unsere Biervorräte auffüllen können. Wir machen uns auf den Weg nach Jindřichův Hradec und gleich nach Nová Bystřice ist eine Umleitung. Der kurze Ärger ist aber sofort verflogen, denn die Strecke führt über eine malerische Anhöhe, die mit den geschwungenen Alleen und den Weiden mit Kühen an eine englische Landschaft erinnert. Im Berg wurde einst wenig erfolgreich nach Zinn, Kupfer und Silber gegraben und Orte wie Hurky oder Senotin geben noch einen Eindruck, wie es wohl auch in den kleineren Dörfern des Waldviertels früher ausgesehen hat. Die Industrieruinen gibt es da wie dort – doch viele Höfe sind liebevoll hergerichtet und neben der renovierungsbedürftigen Kirche in Hurky steht eine hübsche Pension. Die bairisch-österreichische ui-Mundart hat dort ihre Heimat. Was es mit den Häferln an den Zäunen auf sich hat, muss ich allerdings noch herausfinden. Am Rückweg finden wir dann auch noch ein Mohnfeld “drüber der Grenze”.

Am Abend sind wir bei C + K eingeladen. Köstliches  Essen und ein schöner Abend wie immer. Und während wir noch eine Woche hier im Norden die Stellung halten, zieht es unsere Freunde im Urlaub ganz weit in den Süden.

Am Montag  schauen wir uns kurz den Markt in Litschau an: es gibt die üblichen indischen Fetzenstandln sowie den Mann mit den Körben und Besen. Und fahren weiter nach Waidhofen, denn ich brauche etwas aus dem Sportgeschäft. Früher gab es im näheren Heidenreichstein den Sport Erhart, aber das Geschäft hat schon lange geschlossen, was man kaum versteht, wenn man die vielen Radler und Nordic Walker sieht, die hier unterwegs sind. Sogar die ersten Tennisclubs formieren sich wieder und die Mitglieder versuchen, die in die Jahre gekommenen und mit Gras bewachsenen Plätze wieder in Schuss zu bringen.
Im hintersten Eck von Waidhofen ist in einem unscheinbaren Gebäude ein Bauernladen untergebracht. Ein Besuch lohnt sich aber, denn es gibt ein gutes Angebot an Produkten aus allerlei ausgefallenem Getreide, gutes Gebäck, Räucherfisch, Schafs- und Ziegenkäse und ein köstlich sämiges Bio-Heidelbeer-Joghurt.

Langöhrchen ist diesmal ohne Junges gekommen.

Markt in Litschau

Am Rückweg fahren wir durch Vestenötting, denn ich möchte rauf zur Kirche spazieren. Über schmale Stufen geht es vorbei an in den Hang gebaute Häuschen, die zum Teil bewohnt und zum Teil verlassen sind. Die Kirche ist verfallen, aber von dort oben hat man einen schönen Blick auf das sich scheints in einem ähnlichen Zustand befindliche Schloss und auf die Thaya.

Im Buch “111 Orte im Waldviertel die man gesehen haben muss” ist unter anderem das Schloss Peigarten erwähnt, in dem die Schriftstellerin Vicky Baum als Kind ihre Sommer verbracht hat. Da der Ort praktisch am Weg liegt, machen wir dorthin einen Abstecher und treffen dabei auch auf eine fünfköpfige Storchentruppe. 
Zum Abendessen macht uns Tom eine Frittata mit den Kräutern aus dem Beet und dem Schafskäse aus dem Bauernladen.

Am darauffolgenden Morgen packen wir die Kühltasche mit belegten Broten, hartgekochten Eiern, Paradeisern und Getränken und fahren mit den Angeln an den Mühlteich. Im Strandbad planschen die Kinder und auch wir suchen bald Abkühlung im Wasser.

Mit den steigenden Temperaturen verlegen wir unsere Aktivitäten in den frühen Vormittag und den späten Nachmittag. Noch vor dem Frühstück spielen wir ein paar Löcher Golf, über Mittag halten wir Siesta und später, wenn nicht gerade wieder ein Gewitter im Anflug ist, schwimmen wir im Teich. Einmal mieten wir ein Board und probieren uns im derzeit angesagten Stand-Up-Paddeling. Lustig! 
Die Bockerln der Douglasien schwitzen wie wir und die Bienen stürmen den Steintrog am Golfplatz. Wir stellen daher auch überall im Garten Wassertränken auf. 

Die Äpfel im Garten, der (!) Paradeiser und ein paar Kirschtomaten sind auch schon fast reif.

Nur im Wald und am Wasser sind die Temperaturen erträglich. Die Teiche leiden allerdings unter der Trockenheit und schwammerltechnisch tut sich gerade gar nichts.

Den letzten Urlaubstag verbringe ich teils lesend in der Hängematte, teils mit Wäschewaschen und im-Haus-Herumpusseln, bevor es am nächsten Tag wieder nach Wien geht. Wir durchschwimmen noch einmal den schon recht warmen Herrensee und am Abend sind wir bei G + E zum Grillen eingeladen. Die Koteletts und Spareribs sind diesmal besonders gut! Es ist ein lauer Abend und später hören wir leise die Musik vom Stadtfest heraufwehen. Wir spielen diesmal nur drei Bummerln und G und ich können unseren Rückstand um einen Punkt verbessern.

Und dann ist der Urlaub auch schon wieder zu Ende. Wir frühstücken noch einmal auf der Terrasse, gießen ausgiebig die Beete und Töpfe, füllen die Vogel- und Insektentränken auf und ich muss schauen, was das für ein scharrendes Geräusch heute Nacht im Garten war. Hat sich Langöhrchen doch wieder dem Haus genähert und die Rosen im Kräuterbeet angeknabbert? Oder zieht jetzt endlich ein Igel bei uns ein? Ich hoffe, dass es in der Wohnung in Wien nicht allzu heiß ist, am Montag ist gleich Radtreffen im Achten und dann heißt es eine Hitzewoche zu überstehen, bevor wir wieder rauffahren!

Krumau an der Moldau, eine Bootsfahrt und der Blutmond

Brumm! Tock, tock, tock. Wufff, wufff, kläff, kläff! Montagfrüh startet mit einer besonders betriebsamen, ländlichen und doch auch lauten Geräuschkulisse. Der Nachbar startet um Punkt Acht den Rasenmähertraktor, auf der Baustelle beginnen die Arbeiten und das alles wird begleitet von lautem Hundegebell. Wir werden daher auch betriebsam und holen uns zwei Kilo Paradeiser vom Marktstand in Neu Bystrice, denn Tom will Tomatensoße einkochen.
Am Nachmittag kommt B, ein lieber Facebookfreund, auf eine Golfrunde vorbei. Beim Golfen zeigt ja angeblich jeder sein wahres Gesicht – es war sehr nett und angenehm!

Am nächsten Tag beschließen wir spontan einen Ausflug nach Krumau an der Moldau (oder auch Cesky Krumlov) zu machen. Hunderte Asiaten haben die selbe Idee – trotzdem finden wir noch einen Platz auf den schönsten Aussichtspunkten, schlendern durch die Gassen der Altstadt und erklimmen den Schlossturm. In einem hübschen Naturkosmetikladen kaufe ich mir eine Seife und eine Handcreme.

 

 

Das Navi führt uns am Rückweg mitten durch die ausgedehnte Seenplatte in Ceska Kanada. Viele Radfahrer sind unterwegs und schmale Alleen führen über die Dämme zwischen den Teichen. Traumhaft schön! Wieder zurück in Chlum fällt uns auf, dass der Teich dort nur wenig Wasser führt. Die Urlauber stehen mitten drinnen nur bis zu den Knöcheln im Wasser.

Am nächsten Tag gehen wir es wieder gemütlicher an und fahren Fischen und in den Wald. Die Monate Juli und August geben für Fotos oft nicht so viel her, denn alles ist grün in Grün. Doch heuer leuchten an jeder Ecke rot die Vogelbeeren und dort wo ein Stück Wiese neben den Feldern nicht gemäht wird, sieht man bunte Blumen und viele Schmetterlinge. Je nachdem in welche Richtung man blickt, ist der Himmel strahlend blau oder gewittrig schwarz. Die Tennisplätze hier heroben schlummern dem nächsten “Muster-Hype” entgegen.

Frisch erholt fahren wir am nächsten Tag in den Kollmitzgraben. Wir machen das Boot der ÖFG 1880 startklar und rudern ein Stück die Thaya hinauf. Von Zeit zu Zeit machen wir das Boot fest und werfen die Angeln aus. Ein traumhaftes Revier und eine wunderschöne Gegend! Ein Paar mit Hund paddelt mit seinem Kanu heran, um sich mit Tom kurz über die Angelmöglichkeiten auszutauschen. Nie kontrolliert er wen, obwohl er das dürfte! Wir lassen die beiden mit den besten Fischerwünschen weiterfahren. Dann kommt schon wieder ein Gewitter und wir rudern zurück.

Das Thayakrokodil.

Wieder zurück in Raabs kommen wir an einem Sonnenblumen- und einem Mohnfeld vorbei. Im Ort gönnen wir uns zum späten Mittagessen Beuschel und Kalbsgulasch.

Nach dem vortägigen Gewitter begrüßt uns der nächste Morgen mit dichtem Nebel. Aber als ich mich zum Salon Böhm aufmache, strahlt schon wieder die Sonne von einem blauen Himmel. Mit meiner Friseurin M bespreche ich aktuelles aus Litschau und Reingers und plaudere mit L, die auch gerade dort ist. Zwei kleine Mädchen lassen sich die Spitzen schneiden und auf die Frage, was die Mama der einen denn gerade macht, antwortet diese mit “Sie arbeitet im Haus”. Ob sie denn das Mittagessen für die Mädchen zubereitet, wird entschieden mit “Nein, sie arbeitet richtig!” beantwortet. Sie macht Homeoffice! Da müssen alle im Salon schmunzeln.
Am späteren Nachmittag schwimmen wir begleitet von Donnergrollen im See. 

Dann warte ich gespannt auf die Mondfinsternis und den Blutmond. Ich positioniere das Stativ auf der Terrasse, trage die Pölster für die Gartensessel nach draußen – und sehe nichts. Der Mond ist so wie in vielen Teilen des Waldviertels hinter Wolken versteckt. Ich meine den Mars zu sehen und versuche ein Bild. Naja. 
Einige Zeit später, nach einer Folge Mundl, will ich das Stativ reinholen … und auf einmal ist er da. 

Der Punkt ganz unten ist der Mars.

Der Präsident der ÖFG ist heroben und am nächsten Tag treffen wir ihn fischend am Teich. In der Früh hat er bereits zwei Karpfen geangelt, aber mit dem wärmer werdenden Wetter tut sich dann nicht mehr viel. Wir fachsimplen über Montagen, Köder und Ruten. Die alten Rollen gefallen mir sehr gut und Tom hat sogar eine davon geschenkt bekommen, aber leider lässt sie sich nicht auf links montieren, sonst hätte ich sie schon auf meine Angel geschraubt.
Wieder zurück nehmen wir ein spätes Frühstück ein. Auch Langöhrchen schaut auf einen Imbiss im hinteren Garten vorbei und diesmal bringt sie sogar ihr Junges mit. So süß – ich kann es kaum fassen.

Am Nachmittag durchqueren wir noch den Herrensee bevor wir den Garten gießen, der zur Zeit in Lila und Rosa erblüht. 
Zum Abendessen machen wir uns ein Huhn in Estragonsoße (dazu kommen auch Petersilie, Sauerampfer, Liebstöckel, Ruccola und Bohnenkraut). Die Leber braten wir extra und löffeln sie direkt aus der Pfanne als Vorspeise.
Das Blut aus dem Mond hat sich mittlerweile über den Himmel verteilt.

Da am nächsten Morgen der Himmel wolkenverhangen ist, fahren wir über die Grenze unsere Biervorräte wieder aufzufüllen. Eine Umleitung gleich in Nova Bystrice führt uns durch eine idyllische Hügellandschaft, die mit den Wäldern, Weiden und Alleen fast schon englisch anmutet – und wir kommen durch malerische Ortschaften. Mehr darüber dann im nächsten Beitrag!
Ich hoffe, ihr verbringt auch angenehme Sommertage und freue mich über eure Nachricht.

Fasan, Stadtfest und ein literarischer Spaziergang

Mit einem Steinpilzomlett zum Frühstück starten wir in die erste Urlaubswoche. In Heidenreichstein ist diesen Montag Markttag, aber Körbe besitze ich leider schon genügend und für Haushaltskleider oder nachgemachte Marken-T-Shirts habe ich gerade keinen Bedarf. Trotzdem sind die bunten Standln eine nette Abwechslung.

Was hat es mit der Drachentöterin auf sich?

Um einiges ruhiger ist es an den Teichen in Reingers. Nach dem Gewitter am Vorabend hat sich in den Pilzhüten das Wasser gesammelt und leichte Nebelschwaden hängen über dem Teich. Am Damm geht ein Fasan spazieren und das ist hier im Norden wirklich ein ungewöhnlicher Anblick. Entweder ist er vom Weg abgekommen oder aus einem Gehege gleich über der Grenze entwischt.

Ein Babyvogel
Mein Badeplatz in Reingers

Die ersten Urlaubstage pusseln wir in Haus und Garten herum, besorgen Pflanzen in der Gärtnerei, legen ein neues Schattenbeet an und dazwischen fahren wir ein bisschen Fischen. Weil die Straße durch Schandachen noch immer gesperrt ist, rattern wir über einen Feldweg hinter Illmanns. Am Teich lassen Kinder ein großes Schlauchboot zu Wasser.

 

Mittwochs verkauft ein Bauer sein Obst- und Gemüse in Nova Bystrice. Wir kaufen Paprika, Marillen, Pfirsiche und köstliche Paradeiser. Am Rückweg biegen wir kurz vor der Grenze von der Straße ab und schauen uns die Ferienanlage Amenity Resort an. Ein moderner Bungalow reiht sich an den nächsten, aber man sieht keine Menschen. Das Gras ist gemäht, die Terrassen aufgeräumt, aber irgendwie wirkt das alles wie aus einem etwas unheimlichen Film. Spooky.

Eicheln

Im Garten hat sich unser neues Haustier schon gemütlich eingerichtet und fühlt sich auch durch unsere Rückkehr nicht gestört. Wir lassen Langöhrchen in Ruhe und gehen eine Runde auf den Golfplatz. Am Abend schauen wir am Litschauer Straßenfest vorbei. Alle zwei Wochen im Sommer wird es jeweils von einem anderen Veranstalter ausgerichtet, diesmal von der Freiwilligen Feuerwehr. Die Fledermaus an der Kirchenmauer kann mit dem Treiben nichts anfangen und wartet bis es dunkel wird.

Am nächsten Morgen fahren wir mit den Rädern in den Ort, trinken einen kleinen Braunen in der Hafenbar – der Blick auf den Herrensee ist sehr schön, der Kaffee noch verbesserungsfähig – holen frisches Gebäck und gehen eine Runde schwimmen.

Am Abend haben wir G + E eingeladen. Ich schiebe eine Heidelbeertarte in den Ofen und montiere eine Outdoorlampe über der Terrasse. Zur Vorspeise kommt Langöhrchen vorbei und nascht am unteren Ende des Gartens mit. Das Blatt hat sich leider noch nicht gewendet: G und ich verlieren 2:3.

Freitagfrüh steigen wir statt in den See in den Pool und ziehen unter den wachsamen Blicken des netten Bademeisters ein paar Längen. Außer uns ist so früh am Vormittag niemand im Becken. Umziehen kann man sich im alten und zum Teil stillgelegten Kabinentrakt.

Am Nachmittag nehmen wir in Heidenreichstein an einer literarischen Stadtwanderung teil. Der Lehrer, Blogger und nunmehr Buchautor Christian Vajk stellt sein Buch “Nordwandern” bei einem Spaziergang zur Burg, zum Pranger und auf einem verborgenen Weg entlang des Teiches hinter der Stadt vor. In diesem Buch erfährt man viel über über das frühere Leben im Waldviertel, die vielen Betriebe und Granitsteinbrüche in der grenzübergreifenden Region, Mythen, die sich um die Wackelsteine ranken, allerlei Vergangenes und seine Gedanken, was man heutzutage alles machen könnte um die Gegend wieder mehr zu beleben. Mir sind ja die Ruhe und das Verschlafene nicht ganz unrecht, aber doch interessant zu lesen, welche wirtschaftliche Betriebsamkeit (unter teils ärmlichen Verhältnissen) hier oben einstmals herrschte. Dringende Leseempfehlung!
Zum Schluss der Veranstaltung gibt es ein Picknick mit köstlichem Erdäpfelkas.

Der Pranger
Der Autor
Die Jahreszahl am Sockel wurde etwas länger als gedacht.

Am Samstag schwimmen wir erst einen halben Kilometer und beschließen dann nach Gmünd in den Baumarkt zu fahren, denn wir möchten ein Hochbeet kaufen. Das Aufstellen ist relativ einfach, nur zum Befüllen braucht es zig Scheibtruhen voller Komposterde. Als wir fertig sind, fängt es zu Blitzen und zu Donnern an. Der Regen hört dann zum Glück wieder auf, denn wir sind bei R + A eingeladen und können draußen sitzen. Halb Holland ist scheints im Feriendorf auf Urlaub, alle Höfe sind belegt, Kinder ziehen durch die Anlage und es herrscht fröhliche Ferienstimmung.

In der Nacht fängt es wieder zur Regnen an und der Sonntag beginnt nass und unfreundlich. Tom fährt an die Teiche, ich mache eine Runde um den Herrensee. Außer mir sind laufende und walkende einsame Herren, alte Damen mit großen Hunden und ein Schneck unterwegs. Neben dem Weg finde ich eine Badehose im Matsch liegen, hebe sie mit einem Stecken auf und hänge sie an den Schranken am Ende des Weges. Den Fund poste ich in der lokalen FB-Gruppe und hoffe, ich habe die Hose nicht irrtümlich einem Nacktschwimmer weggenommen. 

Erdäpfelblüte

Nächste Woche wollen wir mit dem Boot im Kollmitzgraben rausfahren, Freunde treffen und jeden Tag ein paar mehr Längen im Becken ziehen.